„Gestalten statt verwalten“

Bürgermeister Anton Demmel kandidiert um das Amt des Landrats

+
CSU-Spitzenkandidat für die Kommunalwahl 2020: Anton Demmel.

Königsdorf – Früher war er Eishockeyspieler bei den Tölzer Löwen und Freier Wähler. Heute ist er bei der CSU und Bürgermeister von Königsdorf. Und bei der Kommunalwahl 2020 könnte Anton Demmel der neue Landrat werden. Der 47-Jährige Königsdorfer wirft seinen Hut in den Wahlkampf – die Personalentscheidung traf der CSU-Kreisverband bereits bei ihrer jüngsten Klausurtagung, nun ist es offiziell.

Schwarz-rot gestreifte Krawatte, weißes Hemd und dunkles Sakko: Anton Demmel sitzt ruhig und gelassen da, als CSU-Kreisvorsitzender Martin Bachhuber beim Pressegespräch im Gasthaus „Zur Post“ in Königsdorf verkündet, wer Amtsinhaber Josef Niedermaier (Freie Wähler) bei der Kommunalwahl im März 2020 herausfordern wird. „Die Entscheidung ist nicht ad hoc gefallen“, betont Bachhuber. „Unsere Wege haben sich immer wieder im Kreistag gekreuzt.“

Für Demmel sei die Kandidatur um das Amt des Landrates ein Entwicklungsprozess gewesen. Eine Entscheidung die Jahrelang reifte. „Ich stehe mitten im Leben und kann mich noch einmal verändern“, sagt der 47-Jährige Diplom-Finanzwirt und blickt kurz auf seine politische Laufbahn zurück. Bevor Demmel 2008 das Amt des Bürgermeisters in Königsdorf übernimmt, arbeitet er bei der Stadt Bad Tölz und nebenbei bei der Bayerischen Verwaltungsschule. Demmel braucht die Herausforderung. Dies wird deutlich, als er von seinem Amtsbeginn als Bürgermeister berichtet. Damals habe die Gemeinde rund eine Millionen Euro Schulden gehabt. Zusammen mit dem Gemeinderat gelang es ihm, diese abzubauen. „Heute haben wir sogar eine Rücklage von vier Millionen Euro.“

Probleme sieht Demmel auch im Landkreis. „Diese müssen gelöst und nicht erklärt werden“, sagt er. Besonders Pflichtaufgaben wie die Grundversorgung durch Krankenhäuser, den Pflegeplätzen und Kindergärten aber auch des Öffentliche Nahverkehrs, gelte es anzupacken. Sein Credo: „gestalten statt verwalten.“

Für den ehemaligen Sportler sei „nichts zu tun, keine Option“. Auch aus Eishockeyspieler sei man früher aufs Eis gegangen, um zu gewinnen.“ Mit Blick auf die Bewerbung um das Amt des Landrates, fügt Demmel hinzu: „Es würde mir schon gewaltig stinken, nicht zeigen zu könne, was man als Landrat alles bewirken kann.“

Demmel war bekanntermaßen Parteikollege von Niedermaier bei den Freien Wählern (FW). Doch ein Streit zwischen der Kreisbehörde und der Gemeinde, um die dortige Trinkwasserqualität im Jahr 2015 entzweite die beiden. Daraufhin verließ Demmel die FW und schloss sich 2017 den Christsozialen an. Bachhuber: „Toni ist ein konservativer Politiker, der gut in die CSU passt.“ Dies bestätige auch die Klausurteilnehmer: die sich zu 90 Prozent für Demmel als Landratskandidat aussprachen. Daniel Wegscheider

Auch interessant

Kommentare