Fotofinish im Rathaus

Bürgermeister Heilinglechner und CSU-Herausforderer Eibl freuen sich auf Stichwahl

+
Erwarten erneut eine knappe Entscheidung: Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (r.) und CSU-Kandidat Günther Eibl.

Wolfratshausen – Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen entschied sich die Stadt dafür, die Auszählung der Bürgermeisterwahl auf einer Großleinwand im Rathaus live zu übertragen. Die Besucher, die sich trotz Corona-Warnungen aus dem Haus wagten, wurden mit einem Wahlkrimi belohnt.

Zwar zeichnete sich schon nach den ersten von insgesamt 22 Auszählungen ab, dass Amtsinhaber Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) den größten Stimmenanteil erhalten wird und es die beiden Herausforderer Richard Kugler (Wolfratshauser Liste) und Manfred Menke (SPD) nicht in die Stichwahl schaffen werden. Dafür durchlebten Annette Heinloth (Bündnis90/Grüne) und Günther Eibl (CSU) ein Wechselbad der Gefühle. Lag Eibl nach der ersten Auszählung noch knapp vor Heinloth, so kam es kurz darauf zur Wende. 

Plötzlich ging die 51-jährige mit etwa einem Prozent Vorsprung in Führung. Dann schmolz ihr Vorsprung, Eibl zog vorbei. Am Ende konnte er gerade einmal 36 Stimmen mehr auf sich vereinen. In Prozenten ausgedrückt lautete das Gesamtergebnis: Klaus Heilinglechner 29,05 %, Günther Eibl 21,14 %, Annette Heinloth 20,71 %, Richard Kugler 16,55 % und Manfred Menke 12,55 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,24 %. Damit stand fest, dass sich Amtsinhaber Klaus Heilinglechner am 29. März in einer Stichwahl gegen Günther Eibl behaupten muss. „Ich habe selten so einen spannenden Abend erlebt: Das war ein Fotofinish“, gestand Eibl. Zugleich versprach er, in Zeiten der Corona-Krise weiterhin auf öffentliche Wahlkampfveranstaltungen zu verzichten. 

Wahlsieger Klaus Heilinglechner gab sich gelassen: „Mein erstes Ziel ist erreicht: Nun geht’s in die zweite Runde“. Bei Annette Heinloth hielt sich die Enttäuschung über die knapp verpasste Stichwahl in Grenzen. „Ich bin sehr zufrieden und bedanke mich ganz herzlich bei allen, die Daumen gedrückt, mitgefiebert und geholfen haben!“, sagte sie am Wahlabend. Manfred Menke räumte zwar ein, dass er sich ein besseres Ergebnis erhofft hatte. „Ich kann mir aber keinen Vorwurf machen. Bei meinen Hausbesuchen habe ich auch sehr viel Zuspruch erfahren“, stellte er fest. Richard Kugler, der zum zweiten Mal bei einer Bürgermeisterwahl antrat, bezeichnete seine 16,55 % als Achtungserfolg. „Wenn man bedenkt, dass die Wolfratshauser Liste erst im Oktober gegründet wurde, ist das ein Top-Ergebnis“, konstatierte er. Wahlempfehlungen mochte Kugler ebenso wie die Vertreter anderer Grupperungen am Sonntagabend noch nicht geben. Sicher scheint nur eines: Es darf auch am 29. März mit einer knappen Entscheidung gerechnet werden. Peter Herrmann

Auch interessant

Meistgelesen

Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern in Gelting verzögert sich
Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern in Gelting verzögert sich
Bauausschuss gibt grünes Licht für Pizza-Service am Karl-Lederer-Platz
Bauausschuss gibt grünes Licht für Pizza-Service am Karl-Lederer-Platz
Zahl der Coronafälle steigt: Nordlandkreis stärker betroffen 
Zahl der Coronafälle steigt: Nordlandkreis stärker betroffen 
Interview: Dr. Helgard van Hüllen vom Weissen Ring zur Corona-Krise
Interview: Dr. Helgard van Hüllen vom Weissen Ring zur Corona-Krise

Kommentare