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Bürgerversammlung Lenggries: Pflegeheim, Naturschutz und Balkonkraftwerke

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Menschen bei der Bürgerversammlung sitzen an Tischen im Alpenfestsaal Lenggries.
Bei der gut besuchten Lenggrieser Bürgerversammlung im Alpenfestsaal gab es nur wenige freie Plätze. © Hans Demmel

Lenggries – Das Interesse der Bürger am Geschehen in ihrer Gemeinde kam dabei in verschiedenster Weise zum Ausdruck.

Lediglich eine Wortmeldung gab es bei der gut besuchten Bürgerversammlung der Gemeinde Lenggries im Alpenfestsaal. Dennoch musste Bürgermeister Stefan Klaffenbacher mehrere, im Vorfeld schriftlich gestellte Fragen, beantworten.

Schließlich ist im Brauneckdorf einiges geplant: Neben dem neuen Pflegeheim standen Naturschutz, Baumfällungen samt Baumschutzverordnung, aber auch ein Förderprogramm für Lastenfahrräder oder die Ablehnung von Balkonkraftwerken zur Debatte. „Teilweise große Herausforderungen, aber ich bin überzeugt, wir werden sie bewältigen“, hatte Klaffenbacher schon zu Beginn angekündigt.

Bürgermeister Stefan Klaffenbach.
Bürgermeister Stefan Klaffenbach. © Hans Demmel

Baubeginn Pflegeheim im Frühjahr

Mit dem größten Projekt, dem Neubau des Pflegeheims, soll im Frühjahr begonnen werden. Die Kosten liegen bei 21,4 Millionen Euro. Klaffenbacher dazu: „Derzeit sieht es danach aus, als sollte es bei der geschätzten Summe bleiben.“ Sibylle Reuter wollte wissen, was ein Heimplatz kosten würde und was mit dem Altbau passiere. „Der Preis wird von der künftigen Betreiberin, der Caritas, bestimmt. Die Pflegesätze müssen durch die Regierung von Oberbayern genehmigt werden“, erklärte der Bürgermeister. Das derzeitige Pflegeheim wird abgerissen, da eine Generalsanierung bei 85 Prozent der Kosten für einen Neubau liegt.

Zahnarzt Franz Becker machte - mit der einzigen Wortmeldung - den Vorschlag, dass es im Pflegeheim einen Raum, in dem ein Zahnarzt behandeln kann, geben sollte. Genutzt werden könnte die Einrichtung auch von anderen Ärzten oder vom Medizinischen Dienst. Klaffenbacher nannte es „eine gute Anregung, die es zu prüfen gilt.“

Der Neubau werde nach energieeffizienten Standards geplant und bekommt eine PV-Anlage aufs Dach. Mit deren Überschüssen sollen auch das Rathaus, das Haus der Senioren sowie die Tourist-Info mit Strom versorgt werden. Bezahlbare Wohnungen für Pflegekräfte könnten nach Meinung der Freien Wähler in Bestandsgebäuden auf dem Kasernengelände entstehen.

Zukunft Prinz-Heinrich-Kaserne

Wie geht es überhaupt mit der nun schon seit 20 Jahren leerstehenden ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne weiter? Möglicherweise könnten im westlichen Teil Gewerbeflächen ausgewiesen werden. Die Anfrage sei hoch, so Klaffenbacher. Außerdem würde sich die einstige Exerzierhalle für Vereine anbieten. Ein „Platz für die Jugend“ und ein weiterer Kindergarten wären zudem vorstellbar.

Für das Stabsgebäude und eines der U-Gebäude werden Gespräche mit einem Investor geführt. Klaffenbacher: „Die Nutzung im Bereich Bildung und Soziales ist dessen Vorstellung.“ Da in den vergangenen sechs Jahren der Bedarf an Kindergartenplätzen um 45 Prozent gestiegen ist, besteht diesbezüglich schneller Handlungsbedarf. Acht Kinder stehen momentan auf der Warteliste für einen Krippenplatz, rund 20 für einen Kindergartenplatz.

PV-Anlagen und Tempo 30 im Ort

Als weiteres Thema wurden Balkonkraftwerke angesprochen, deren Bau in Lenggries nicht in der Ortsgestaltungssatzung vorgesehen sind. „PV-Anlagen pauschal zu verbieten, wollen wir jedoch nicht“, versicherte Klaffenbacher. Es soll über eine Änderung der Ortsgestaltungssatzung beraten werden, dann wird der Gemeinderat entscheiden.

Keine Zustimmung erteilte Klaffenbacher Anträgen, die sich Tempo 30 in verschiedenen Ortsbereichen wünschen: „Solche Entscheidungen können nur von den Straßenverkehrsbehörden getroffen werden. Das sind staatliche und keine gemeindlichen Aufgaben.“

Auch den schriftlichen Antrag von Werner Hüttl, ein Förderprogramm für Lastenfahrräder aufzulegen, hielt der Bürgermeister für kaum möglich. „Hier gibt es staatliche Förderprogramme, die man gerne im Gemeindeblatt zusammenstellen werde.“

Nach knapp drei Stunden, in denen sich Klaffenbacher als eine Art „Alleinunterhalter“ bezeichnete, möchte der Lenggrieser Bürgermeister in der nächsten Bürgerversammlung, wieder mehr die Besucher zu Wort kommen lassen. „Über die Abwicklung und Antragstellungen sollten wir un bis dahin Gedanken machen“, betonte er abschließend. Hans Demmel

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