„Das ist uns eine schöne Pflicht“

Bürgermeister Mehner setzt auf pünktlichen KiTa-Neubau südlich der Jahnstraße

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Freuen sich auf den neuen Kindergarten (v.l.): Stadtbaumeister Florian Ernst, Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) sowie Schul-, Jugend- und Familien- Referent Moritz Saumweber (Grüne).

Bad Tölz – Vor Jahrzehnten war das Gelände südlich der Jahnschule nur ein riesiger Pausenhof, auf dem das Gras wucherte. Zwischenzeitlich wurden dort eine Turnhalle und weitere Klassenzimmer gebaut, die wiederum jetzt abgebrochen werden, um für den Neubau eines viergruppigen Kindergartens Platz zu machen. Bis 2023 soll dort auch noch die Erweiterung der Grundschule erfolgen. Laut Haushaltsplanung der Stadt Bad Tölz sind dafür bis zu zehn Millionen Euro vorgesehen. Wie viel die Großbaustelle in den kommenden Jahren an Geld verschlingen wird, ist derzeit aufgrund der zu erwartenden Steuermindereinnahmen völlig offen.

Keine Frage ist jedoch, dass die noch vom alten Stadtrat beschlossene Baumaßnahme unverändert durchgezogen wird. Daran lässt auch der neue Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) keinen Zweifel, der das Kindergarten-Projekt am Montag im Rathaus und vor Ort der Presse vorstellte. „Kinder, Jugend und Familie sind wichtig und müssen gefördert werden, es ist uns eine schöne Pflicht, die bestehenden Verträge und bereits erfolgten Ausschreibungen einzuhalten“, so Mehner beim Ortstermin auf der Baustelle, wo die Bagger gerade dabei sind, den nicht tragfähigen Untergrund zu beseitigen. Dann wird das Areal im Süden des Geländes an der Jahnstraße aufgefüllt und eine Bodenplatte betoniert, auf der dann bis Oktober die Holzkonstruktion des L-förmigen Bauwerkes errichtet wird. Vier Gruppen zu je 20 bis 25 Kindern sollen dort unterkommen, auch eine überdachte „Bobbycar-Bahn“ unter Dach wird angelegt. 

Bis Oktober 2021 soll der neue Kindergarten dann an den Vertragspartner Kinderland Weyern GmbH übergeben werden, der von Anfang an in das Projekt mit eingebunden war, wie Stadtbaumeister Florian Ernst betont. Damit ist dort aber noch lange nicht Schluss, denn außerdem ist vorgesehen, die jetzige baufällige Turnhalle und diverse Anbauten abzubrechen, um Platz zu schaffen für den Grundschulanbau mit Einfachturnhalle und dem schon lange geforderten Probenraum der Tölzer Stadtkapelle. Bereits im Februar hatte sich der Finanzausschuss mit dem Projekt befasst. Damals hieß es: Der alte Klassentrakt und die Turnhalle an der Jahnschule werden abgerissen (400.000 Euro) und der Neubau der Turnhalle und Schulerweiterung begonnen (500.000 Euro). Insgesamt werden dafür bis 2023 rund zehn Millionen Euro ausgegeben, 4,4 Millionen Euro kostet allein der Kindergarten mit den vorgesehenen Grünanlagen. Dabei rechnet Kämmerer Hermann Forster mit einer Staatlichen Förderung von maximal 1,9 Millionen Euro. Doch das ist nicht das einzige Bauprojekt, das die Stadt derzeit durchzieht. 

Fast fertig ist die Boulderhalle auf der Flinthöhe, die verschobene Neugestaltung des Bürgergartens kostet insgesamt 700.000 Euro. Die Taubenloch-Sanierung mit dem oft kritisierten Wegfall wertvoller Parkplätze am Nepomuk-Denkmal wird heuer mit 380.000 Euro zu Buche schlagen. Dazu kommt noch das ebenfalls in der Bevölkerung umstrittene Kneippbecken im Kurpark. Ob das derzeit Priorität haben muss, ist auch in Kreise der Verwaltung offen, doch entsprechende Zuschussanträge und Ausschreibungen lassen den neuen Stadträten und ihrem Bürgermeister keine Wahl. Entscheiden können und werden sie aber über die ehemalige Peter-Freisl-Schule, die jetzt noch als Kindergarten dient. Wenn die Buben und Mädchen von dort ins neue Haus an Jahnstraße und Krottenbach umgezogen sind, wird das Städtische Gebäude vermutlich abgebrochen und könnte - so ein bisheriges Gedankenspiel - Platz machen für das neue Jugendheim (bisher an der Hindenburg Straße). bo

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