Gegen das Primat des Autos

Bürgermeister Michael Müller fordert Verkehrswende

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Setzt auf Alternativen zum Auto: Bürgermeister Michael Müller (r.) ließ sich auch schon mal in einer Rikscha kutschieren.

Geretsried – Nach der krankheitsbedingten Absage des ursprünglich eingeplanten CSU-Kreisvorsitzenden und Vize-Landrats Thomas Holz kam Bürgermeister Michael Müller zum CSU-Stammtisch in den Gasthof Geiger und forderte eine konstruktive Verkehrswende.

Michael Müller erinnerte zunächst noch einmal an die Ergebnisse der gemeinsamen Klausur von Geretsrieder und Wolfratshauser Stadträten, die am 18. Oktober stattfand und im Januar 2020 erneut stattfinden soll. Dabei bekräftigten die Stadträte ihren Willen, Flächennutzungspläne zu harmonisieren sowie gemeinsame Klimaschutz- und Mobilitätskonzepte zu entwickeln.

Ein wichtiger Schritt sei es, ein attraktives Busnetz anzubieten. „Wir können das derzeitige Primat des Autos nicht beibehalten“, unterstrich Müller. Er begrüßte deshalb den Beschluss des Kreistags, ein Schnellbussystem zwischen den Städten Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen und Starnberg zu etablieren. Wie berichtet, nimmt der Kreis für diese Maßnahme, die anfangs zu 65 Prozent vom Freistaat unterstützt wird, etwa eine Millionen Euro in die Hand. „Der vorgesehene 20-Minuten-Takt muss nun nur noch an den Stadtbus angepasst werden“, erklärte der Rathauschef.

Um die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) weiter zu erhöhen, regte der Wolfratshauser Stammtischgast Heinz Wensauer Transportmöglichkeiten für Fahrräder an. CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth wünscht sich in den Bussen dagegen mehr Platz für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen.

Neben der Aufwertung der Busse bedürfe es nach Ansicht des Kreisklinik-Chefarztes Dr. Josef Orthuber aber auch einer Verbesserung des Radwegenetzes. So sei der Übergang neben der B11-Einfahrt Geretsried-Nord an der Blumenstraße für Radler gerade im Berufsverkehr mit einem hohen Risiko verbunden. „Ich möchte dort als Arzt keine Unfallopfer bergen“, drückte sich Orthuber drastisch aus.

Müller erinnerte in diesem Zusammenhang, dass der Stadt hier die Hände gebunden seien. Denn für die Bundesstraße und ihre Einmündungen sei das Staatliche Bauamt in Weilheim zuständig. Anregungen der Stadt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurden bisher nicht umgesetzt.Peter Herrmann

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