Politische Stadtrundfahrt

Bürgermeister Michael Müller stellt Projekte auf Bustour vor

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Ruinenbesichtigung an der Egerlandstraße: Bürgermeister Michael Müller erklärte wortreich, warum sich in der Neuen Mitte möglichst viele Einzelhändler und Discounter ansiedeln sollen.

Geretsried – Zu einer besonderen Besichtigungstour lud der erneut kandidierende Bürgermeister Michael Müller jüngst 55 Bürger ein. In einem eigens gemieteten Bus spielte er den „Reiseführer“ und nahm zu Projekten in den vier Stadtteilen Stellung.

Zwischen dem Kindergarten St. Benedikt und dem Verkehrsübungsplatz an der Leitenstraße legte die Reisegruppe den ersten Halt ein. Denn in Sichtweite soll der künftige Geltinger S-Bahnhof errichtet werden. „Damit wird auch ein enormer Siedlungsdruck entstehen“, prognostiziert Michael Müller. Er wolle den noch bestehenden Grüngürtel weitgehend erhalten und verhindern, dass die umliegenden Flächen – die zu einem Drittel Geretsried und zu zwei Dritteln Wolfratshausen gehören – vollständig bebaut werden. „Gelting soll ein eigenständiger Ort bleiben und nicht von den umliegenden Städten geschluckt werden“, stellte Müller klar.

Kurz hinter der nördlichen Stadteinfahrt an der Blumenstraße soll die B11 an den Schwaigwaller Hang verlegt und bis zur Böhmwiese auf vier Spuren erweitert werden, ehe sie auf Höhe der Tattenkofener Straße wieder in die bisherige Streckenführung einbiegt. Müller ließ den Busfahrer hier nicht halten und ging nur kurz auf die Zukunft der Böhmwiese ein. „Der neue Stadtrat wird über die dortige Entwicklung entscheiden“, sagte er. Geht es nach Müller, könnte neben dem S-Bahnhof eine Mischform aus Wohnnutzung und kulturellen Einrichtungen entstehen.

Vor dem in wenigen Monaten schließenden Penny-Discounter in Stein drückt der Busfahrer erneut auf die Bremse. „Die Stadt kann hier zwar nicht eingreifen, sehr wohl aber günstige Rahmenbedingungen für eine Nachfolgenutzung schaffen“, erklärte Müller. Ein möglicher Ansatz wäre für ihn, die Straße so zu verschwenken, dass einem Discounter-Betreiber noch mehr Verkaufsfläche zur Verfügung stehen würde. Eine Aufwertung des Stadtteils erhofft sich Müller vor allem durch das geplante Bürger- und Jugendhaus, das sich wie unserer Zeitung berichtet zu einem wichtigen Treffpunkt entwickeln soll. 

Viel Pendelverkehr aus Dietramszell, Bad Heilbrunn, Königsdorf und anderen Gemeinden erwartet Müller vor der künftigen Endstation der S7, die in einem Waldstück zwischen Jeschken- und Richard-Wagner-Straße auf Königsdorfer Flur errichtet wird. Leistungsfähige Zugangsstraßen seien ebenso erforderlich wie die Modernisierung der einstigen Siedlung Geretsried. Entgegen einiger Prognosen rechnet der Rathauschef nicht damit, dass die Einwohnerzahl in den nächsten 16 Jahren auf 36.000 ansteigen wird: „30.000 halte ich für realistisch!“. Den Familien sollen neben einer vollständig sanierten Mittelschule und einem Hallenbad auch neue Kindertagesstätten und eine dritte Grundschule in der Nähe des Schulzentrums zur Verfügung stehen. Rund um das alte Hallenbad könnte laut Müller ein „Volksportpark“ entstehen. Der Einzelhandel wird sich folgerichtig in der „Neuen Mitte“ rund um den Karl-Lederer-Platz und die Egerlandstraße ballen. „Hier gilt es Frequenz zu schaffen, damit sich neben Discountern auch kleine Geschäfte ansiedeln“, erklärte er.

Dass auf dem ehemaligen Lorenz-Areal 768 Wohnungen errichtet werden, gefällt nicht jedem der benachbarten Unternehmen. „Die zur Bauer Group gehörende Uniccomp GmbH wird sicher klagen“, gibt sich Müller keinen Illusionen hin. Die Schaffung von Wohnraum hält er dennoch für unabdingbar. Mit einem Abstecher in die beiden Geltinger Gewerbegebiete und einer Fahrt über die neu erschlossene Leitenstraße endet die Tour schließlich im Gasthof Alter Wirth. Bei einem Glas Sekt oder Orangensaft hatten die Busgäste Zeit, mit dem Bürgermeister über ihre Eindrücke zu sprechen.

Peter Herrmann

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