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Bürgervereinigung und Europa-Union heben Bedeutung der EU hervor

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Wünscht sich eine hohe Wahlbeteiligung: Europaparlamentarierin Ulrike Müller (r.).Wünscht sich eine hohe Wahlbeteiligung: Europaparlamentarierin Ulrike Müller (r.). 

Wolfratshausen – Am 26. Mai sind die Bürger dazu aufgerufen, ein neues europäisches Parlament zu wählen. Wie wichtig eine Stimmabgabe ist, verdeutlichte eine prominent besetzte Informationsveranstaltung der Bürgervereinigung Wolfratshausen und des Kreisverbands der Europa-Union.

Nicht einmal die Hälfte der stimmberechtigten Deutschen beteiligte sich 2014 an den Europawahlen. Für die Bürgervereinigung Wolfratshausen und den Kreisverband der Europa-Union ein Armutszeugnis. Deshalb luden sie mit Ulrike Müller die Europawahl-Spitzenkandidatin der Freien Wähler und FW-Landtagsfraktionssprecher Dr. Florian Streibl zu einem Diskussionsabend ins Wirtshaus Flößerei ein.

Pro Europa in turbulenten Zeiten

Beide warben für ein „großartiges gemeinsames Solidaritätsprojekt“ und positionierten sich gegen ein Europa der nationalen Egoismen. Bevor Müller und Streibl das Wort ergriffen, erinnerte Europa-Union-Kreisvorsitzender Alexander Lippert an den schwierigen Einigungsprozess, der erst „nach der Katastrophe der beiden Weltkriege“ zur Gründung der EU führte. „Herausforderungen wie der Klimaschutz, die Migrationsbewegungen, der Datenschutz und die Währungsstabilität können nicht in einem Flickenteppich der Staaten bewältigt werden“, ist sich Lippert sicher.

Ulrike Müller, die 2014 ins Europäische Parlament gewählt wurde, kann dies bestätigen. „Europa erlebt turbulente Zeiten“, stellt die 56-Jährige fest. Die gelernte Hauswirtschafterin, die mit ihrer Familie einen Bauernhof im Oberallgäu betreibt, kritisierte vor allem die langwierigen Brexit-Verhandlungen um einen verzögerten Austritt Großbritanniens. „Das lenkt von anderen wichtigen Aufgaben der EU ab“, bedauert Müller.

Landkreis profitiert vom Staatenbündnis

Laut Müller sei vielen gar nicht bewusst, dass ein Großteil der in Deutschland geltenden Gesetze in Brüssel gemacht werde und auch Bayern sowie der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen von der Europäischen Union profitiere. So wurde unter anderem der Wald- und Erlebnispark im Wolfratshauser Bergwald und der Kräuter-Erlebnis-Park in Bad Heilbrunn gefördert. Auch für die geplante Errichtung einer künstliche Surfwelle in Weidach sagte der Leader-Ausschuss großzügige Fördermittel zu.

Werte stehen über Reformen

„Bayern ist das Herz von Europa“, stellte Dr. Florian Streibl fest. Der Frieden und Wohlstand im Freistaat sei für ihn aber nicht selbstverständlich. „Wir können schnell wieder alles verlieren, wenn wir uns nicht an der Demokratie beteiligen“, glaubt er. Hans-Jürgen Göbel, ehemaliger Kreisvorsitzender der Europa-Union, hält grundlegende Reformprozesse in der europäischen Gesetzgebung aber für unabdingbar. „Wir haben fundamentale Probleme, die gelöst werden müssen“, forderte der Wolfratshauser.

Dass die Beteiligung an der Europa-Wahl in vielen Ländern wohl erneut überschaubar sein wird, hat für Stadträtin Dr. Ulrike Krischke aber auch andere Gründe. „Europa darf nicht nur über die wirtschaftliche Zusammenarbeit, sondern muss auch über einen gemeinsamen Wertekanon definiert werden“, regte sie an. Peter Herrmann

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