Konzepte für die Mobilitätswende

Bürgervereinigung wünscht sich Verkehrsentlastung

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Bürgermeister Klaus Heilinglechner (r.) warb für eine verstärkte Fahrradnutzung.

Wolfratshausen – Unter dem neuen Motto „#BVWOR aktiv“ lud die Bürgervereinigung jüngst zu einer Diskussionsrunde in die Gaststätte Flößerei ein. Dabei ging es vor allem um Maßnahmen zur Verkehrsentlastung.

„Wir müssen uns die Stadt zurückerobern“, forderte Dr. Ulrike Krischke. Die Stadträtin hatte sich intensiv mit den Verkehrskonzepten anderer Städte auseinandergesetzt. Als positives Beispiel nannte sie Wien. In der österreichischen Metropole werde nur ein Flächenanteil von etwa 30 Prozent den Autos eingeräumt. „Der Rest gehört den Fußgängern und Radfahrern“, rechnete Krischke vor. In Deutschland sei das Verhältnis nahezu umgekehrt. Laut einer 2016 erhobenen Modal-Split-Umfrage der Stadt Wolfratshausen ergeben sich an einem Tag rund

1.000 Fahrzeugbewegungen innerhalb der Stadtgrenzen. „Das ist wahnsinnig viel“, sagte die Stadträtin. Sie forderte einen kostenlosen Stadtbusverkehr. Auch für Fahrten in die Nachbarstadt Geretsried solle ihrer Ansicht nach kein Fahrentgelt erhoben werden, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiv zu machen. Als Alternativen nannte sie die Förderung der E-Mobilität und die Bereitstellung von digitalen Anforderungsmöglichkeiten für Rufbusse. Damit traf Krischke den Nerv der Zuhörer. So gab ihr Michael Hanak zwar Recht, dass der regionale Busverkehr am besten kostenfrei zur Verfügung stehen müsse. Jedoch falle es ihm als München-Pendler zunehmend schwer, der Pünktlichkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln wie der S-Bahn zu vertrauen. „Ich werde wohl im nächsten Jahr wieder aufs Auto umsteigen“, zeigte er sich resigniert. Heinz Wensauer, Stammgast bei vielen öffentlichen politischen Veranstaltungen, befürchtet angesichts der großen Wohnbauprojekte in Geretsried eine weitere Zunahme des Autoverkehrs. „Das wird sich auch auf Wolfratshausen auswirken“, prognostizierte er. Ebenso wie Fritz Koch forderte Wensauer eine eigene Verkehrsanbindung für die Nachbarstadt, die Wolfratshausen entlaste. Die Sicherheit der Radfahrer ist laut Michael Ballon in der Flößerstadt aufgrund enger Fahrbahnen und „rücksichtsloser Autofahrer“ ohnehin nur selten gewährleistet. Immerhin versprach Bürgermeister Klaus Heilinglechner, dass die Stadt im kommenden Jahr an der Sauerlacher und an der Königsdorfer Straße Fahrradstreifen einrichten wird. Ob diese wirklich zur Sicherheit beitragen, war bei den Diskussionsteilnehmern umstritten. Peter Herrmann

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