„Früher war es einsamer und härter“

„s´Buidleck“-Geschäftsinhaber berichtet über vergessene Eindrücke von Lenggries

Claus Eder aus Lenggries
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Claus Eder aus Lenggries mit seinen neuen Bildbänden.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Lenggries – Der Fotograf und Geschäftsinhaber vom „s`Buidl­eck“ in Lenggries, Claus Eder, hat zwei neue Bildbücher über früher herausgebracht. Wie der 57-Jährige dabei vorging, erzählt er im Kurzinterview.

Herr Eder, Sie haben zwei neue Bücher herausgebracht. Titel: „Lenggries – wia‘s früher war“ und „Auf der Alm – wia‘s früher war“. Jetzt frag ich mich, wie war es denn dort früher?

„Früher bezieht sich in meinen Büchern auf die Zeit, als es mit dem Fotografieren im Isarwinkel losging. Das war in etwa ab 1870. Früher war es mit Sicherheit romantischer, einsamer und härter. Es war sehr viel Handarbeit angesagt, Maschinen kamen erst später, Wege mussten erst einmal auf die Alm erschlossen werden. Als Transportmittel diente das Muli. Im Dorf Lenggries gab es anfangs nur ungeteerte Kiesstraßen und keinen Strom. Es gab noch wunderbare Häuser im italienischen Stil und auch eines des Baumeisters Gabriel von Seidl. Durch die erweiterten Baumaßnahmen im Laufe der Zeit verschwanden sehr viele schöne Flecke. Auch Fensterläden, die früher fast überall an den Häusern Standard waren, wurden so seltener. Alles in allem ist Lenggries dennoch ein sehr romantischer Ort.“

Für ihre Bildbücher haben sie „Erinnerungsarbeit“ geleistet. Was hat es damit auf sich?

„Der Grundstamm meines Archivs stammt aus meiner Familie. Mein Urgroßvater Conrad Weiß begann mit einem Postkartenverlag. Sein Sohn Josef erweiterte diesen und meine Mutter, die ebenfalls Fotografin erlernte, verwaltete das Archiv bis dahin. Als ich in meiner Fotografen- Lehrzeit war, begann ich das ‚Unsortierte‘ zu archivieren. Heute arbeite ich täglich gut sechs Stunden daran, um diesen Bilderschatz für unsere Nachkommen zu erhalten. Durch zahlreiche Teilnachlässe bereits verstorbener Fotografen wie etwa Lerpscher, Kusidlo, Voigtländer, Kümmerle, um nur einige zu nennen, ist mein Archiv mittlerweile recht umfangreich.“

Seitenzahlen sind ja begrenzt. Ihre neuen Bände haben 104 und 140 Bilder pro Buch. Wie treffen Sie Ihre Auswahl, welches Bild es ins Buch schafft?

„Ich wähle die seltensten, aussagekräftigsten, und wenn möglich noch nicht veröffentlichten Bilder.“

In „Lenggries – wia´s früher war“ konzentrieren Sie sich auf den Bereich zwischen Rathaus und Kirchplatz, den Sie als das „Herz von Lenggries“ bezeichnen. Erklären Sie?

„Hier spielt damals wie heute ‚die Musik‘, wie man sprichwörtlich bei uns sagt. Das begann schon mit der Besiedelung, als nur wenige Gebäude unseren Ort prägten. Hier sind die Gläubigen und ihre Kirche, die Plätze, wo man sich versammelte und die Straße mit ihren Geschäften – die Lebensader des Ortes.“

Zum anderen Bildband „Auf der Alm“: Ich nehme mal an, darin sind keine romantischen Heide-Alm-Bilder zu finden, oder?

„Sowohl als auch. Mit meinem Buch ‚Auf der Alm‘ möchte ich einen Einblick in eine andere Welt geben. Eine Welt, die die meisten unter uns so nicht oder nur ansatzweise kennen. Die Bildseiten zeigen, wie hart und entbehrungsreich das Leben der Menschen früher war und auch heute noch ist.“

Die Bildbände „Wia`s früher war“ kosten jeweils 25 Euro und sind in der Lesebar, Buidleck, Isar-Engel und dem Raiffeisen Warencenter in Lenggries sowie in der Tölzer Buchhandlung Rupprecht und im Medienhaus TölzerKurier/DasGelbeBlatt (Marktstraße 1; Tel: 08041/7891-0) erhältlich. 

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