Neuwahlen bei der Kreisgruppe des Bund Naturschutz

BN formiert sich neu: Krönauer übernimmt

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Der Bund Naturschutz stellt sich neu auf: Vorsitzender Friedl Krönauer, Schatzmeisterin Josefine Hopfes, Schriftführerin Rosé Beyer, Diana Meßmer (stehend, v.l.) sowie Christopher Lange und Achim Rücker (vorne, v.l.) .

Landkreis – Jetzt ist es offiziell: Friedl Krönauer ist bei der Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) gewählt worden.

Der Kochler hatte das Amt seit dem Abtritt von Carola Belloni als kommissarischer Vorsitzender ausgeführt. Achim Rücker wird sein Stellvertreter. Der Biologe und Biotoppfleger vertritt die Kreisgruppe auch als Delegierter im Landesvorstand. Josefine Hopfes wurde als Schatzmeisterin bestätigt. Einige der weiteren Posten wurden teils mit neuen Gesichtern besetzt. Wolfgang Beigel gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Maria Westermeier stellte sich aufgrund zeitlicher Überlastung nicht mehr als Schriftführerin zur Verfügung und gab ihre Position an die Tölzer Umweltbildungsreferentin Rose-Marie Beyer ab. Biobauer Thomas Köglsperger aus Deining bleibt Beisitzer. Unterstützt wird er von zwei neuen Naturschützern: Baumpfleger Kristoffer Lange, der bisher den Vorsitz der Ickinger Ortsgruppe innehatte, sich nun aber auf Kreisebene einbringen möchte. Als Ersatzdelegierter für Rücker kann er dies ab sofort auch auf Landesebene tun. Mit der Jachenauerin Diana Meßmer als weitere Beisitzerin haben sich die Naturschützer nun über den ganzen Landkreis verteilt und gut aufgestellt. Laut Schatzmeisterin Hopfes kann man dank viel Eigeninitiative sogar auf einen kleinen Überschuss blicken (Zahlen: 2011). Im Laufe der Vorträge über die Arbeit im vergangenen Jahr wurde jedoch schnell klar: Naturschützer brauchen einen langen Atem. „Und viel mehr Hilfe“, wie Krönauer es formulierte. Rücker sei als einziger von früh bis spät im Einsatz, um häufig unzugängliches Gelände zu pflegen. Die Geretsrieder Buckelwiesen, die Hechenberger Leite, die vielen Streuwiesen, das Ellbachmoor, das Kirchseemoor – auch wenn der Laie es vielleicht nicht vermuten mag – sie sind Horte der Artenvielfalt und Lebensraum vieler seltener und vom Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen. Moore haben als CO2-Speicher außerdem eine wichtige Funktion für den Klimaschutz. Rücker macht seinen Job gern, allerdings verzweifelt er laut eigenen Aussagen häufig, ob der Fülle der zu erledigenden Arbeiten. Unterstützung kommt von wenigen, aber aktiven Ehrenamtlichen. Die Aktiven erledigen auch etliche der weiteren Aufgaben wie etwa den Amphibienschutz. Ein weiterer Eckpfeiler des Natur- und Umweltschutzes ist die Umweltbildung. Die Umweltbildungsreferentin gab einen Einblick in die Bildungsarbeit. Auf über 100 Veranstaltungen kann man im laufenden Jahr zurückblicken: von Klimafrühstücken und Exkursionen für Schulkinder, über ein vielfältiges Familien- und Ferienprogramm bis zu festen Kinder- und Jugendgruppen oder einem kostenlosen Permakultur-Stammtisch. Auch hier ist der BN auf Ehrenamtliche und freie Honorarkräfte angewiesen. Staatliche Unterstützung zu bekommen ist sowohl im praktischen Naturschutz als auch in der Bildungsarbeit zwar möglich, jedoch mit zeitaufwändigem Bürokratismus, sowie mit langen Wartezeiten verbunden und an strenge Reglements geknüpft. „Die Behörden sind selbst schuld, wenn viele Leute nicht mehr mitmachen“, gab Rücker zu bedenken. Viele Aktivitäten scheitern am Personalnotstand und an der Finanzierung. Deshalb ruft der BN nach Unterstützung. Doch es gibt auch Lichtblicke. Kommunen wie die Gemeinde Eurasburg unterstützen den BN seit Jahren finanziell in der Bildungsarbeit, auch Spenden gehen ein. Hauptsächlich finanziert sich der BN durch Mitgliedsbeiträge. Krönauer setzt indes auf großes Engagement der BN-Mitglieder. Auch Rücker sieht es praktisch: „Es gibt viele schöne Ecken im Landkreis, wenn man sich ein bisschen drum kümmert, dann bleiben sie auch so.“ Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden folgende BN-Mitglieder geehrt: Andrea Grundhuber und Dr. Karl Probst (30 Jahre, dafür gab’s eine Ehrennadel in Silber samt Urkunde) sowie Michael Schmidt (20 Jahre, Ehrennadel in Bronze) und Gemeinde Eurasburg, vertreten durch zweiten Bürgermeister Peter Bergmann.

red

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