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Bundestagsabgeordneter Karl Bär erklärt ökologische Maßnahmen der Regierung

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Karl Bär beim Frühschoppen
Plädierte für neue Nutztierhaltungsverordnungen: Bundestagsabgeordneter Karl Bär (r.). © Peter Herrmann

Waldram – Beim politischen Frühschoppen der Grünen im Biergarten des Gasthauses zur Post warb Bundestagsmitglied Karl Bär für die Energiewende und die ökologische Umgestaltung der Landwirtschaft.

Trotz Plakatierung und Bekanntgaben in der Presse reichte ein Tisch für die Diskussions- und Fragerunde aus. So interessierte sich Christine Mair, die in Münsing mit ihrer Familie eine Bio-Landwirtschaft und einen Hofladen betreibt, vor allem für die Umsetzung von ökologischen Zielen.

Karl Bär zeigte sich zuversichtlich, dass sich die staatlichen Subventionen für den Umbau von Ställen und die Verwendung von umweltfreundlichem Dünger bald auszahlen. „Wir setzen bei der Verbrauchermacht an“, erklärte der Holzkirchner. So habe die schon vor 18 Jahren eingeführte Kennzeichnungspflicht für Eier dazu geführt, dass die Käfighaltung von Hühnern in der EU drastisch reduziert wurde.

Karl Bär fordert Nutztierhaltungsverordnung für Puten

Ein Nutztierhaltungsverordnung für Puten wäre für Bär ein weiterer wichtiger Schritt. Grundsätzlich müsse aber der Konsum von tierischen Produkten allgemein eingeschränkt werden. Besucherin Lena Gneist, die bei den Grünen ausgetreten ist, empfahl eine Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.

Eine Legalisierung des sogenannten Containerns – so wird die Entnahme von Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, genannt – hält Gneist für sinnvoll. Eine von ihr geforderte Umstellung auf Insektennahrung, die den Schweinfleischkonsum ersetzen soll, brachte indes Wirthausbetreiberin Jutta Gold zum Schmunzeln. „Meine Waldramer Gäste essen vorwiegend Schnitzel: Da probiere ich nichts Neues“, stellte sie klar.

Energiewende: Mehr Wind- und Solarenergie in Deutschland

In einem weiteren Themenschwerpunkt erläuterte Bär, warum das im April von der Bundesregierung beschlossene „Osterpaket“ zur Energiewende auch die Unabhängigkeit von Öl-, Kohle- und Gasimporten aus diktatorischen Staaten fördere. Demnach bedeutet die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), dass die Ausbaumengen und Vergütung für Wind- und Solarenergie in Deutschland erhöht werden.

Allerdings räumte Bär auch ein, dass sich die Umsetzung in Zeiten von Lieferengpässen und ausgebuchten Handwerkern verzögern werde. Stammtischgast Eberhard Hahn plädierte für eine intensivere Nutzung von Wasserstoff, der aufgrund seiner vielseitigen Einsetzbarkeit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne.

Am Ende des zweistündigen Treffs berichtete Bär noch, dass er im Bundestag nur mit großem Bedenken der 100-Milliarden-Euro-Förderung für die Bundeswehr zugestimmt habe. Einen Ausbau eines Cyber-Sicherheitssystems hält der Holzkirchener für noch sinnvoller. Peter Herrmann

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