Schlagkräftige Kooperation

Burgverein nimmt Mittelaltergruppe „Lupi Albi“ auf und stellt Programm: „DenkMal im Wald! Kultur in der Natur“ vor

Gingen mit Axt und Schwert aufeinander los: Gruppenleiter Florian Fischer (l.) und Johannes Zenker.

Wolfratshausen – Um die Geschichte der sich einst über der Stadt erhebenden Burg nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, gründete sich 2012 der Burgverein. Seit knapp einem Jahr besteht die Kooperation mit der Mittelaltergruppe „Lupi Albi“, die sich jüngst in der Burgschenke vorstellte.

Schon als Jugendlicher begeisterte sich Florian Fischer für Schwertkämpfe in historischer Tracht beziehungsweise Ritterrüstungen. 2009 gründete er gemeinsam mit jungen Männern und Frauen das „Geretsrieder Wolfsrudel“, aus dem später die Mittelaltergruppe „Lupi Albi“ – auf Deutsch: weiße Wölfe – hervorging. „Wir sind eine Lager- und Söldnergruppe, die europäischen Blankwaffen-Freikampf speziell Schlachtenreihenkampf, Schwertfechten und Handwerk betreibt“, erklärte der Geretsrieder Gruppenleiter in der Burgschenke. Gemeinsam mit „Lupi Albi“-Mitglied Johannes Zenker erklärte der 30-Jährige den rund 20 erschienenen Besuchern die Geschichte und Handhabung verschiedener mittelalterlicher Waffen. Dabei reichte das Spektrum von der rustikalen Axt über Dolch und Bogen bis hin zu langen Schwertern. Schaukämpfe bestritt der Verein damit unter anderem beim renommierten Kaltenberger Ritterturnier und Mittelaltermärkten in ganz Deutschland.

Probleme mit dem deutschen Waffenrecht gab es dabei noch nie, denn die Kriegsgeräte sind meist stumpf. „Und wenn ein Schwert doch einmal scharf sein sollte, holen wir uns eine Ausnahmegenehmigung vom KVR in München“, berichtete Zenker. So komme es im Training, das jeden Sonntagnachmittag auf einer Wiese in Geretsried oder in München stattfindet, nur gelegentlich zu Platzwunden und kleineren Schnittverletzungen. Die Anschaffungskosten für die Waffen reichen von 70 Euro für einen mittelalterlichen Dolch bis zu 6.000 Euro für ein hochwertiges Schwert. „Ausrüstung wird vom Verein gestellt“, verspricht Fischer. Gekämpft werden darf – die Einverständniserklärung der Eltern vorausgesetzt – ab einem Alter von 14 Jahren. Erforderlich sind zudem eine Haftpflichtversicherung und ein tadelloses Benehmen. Prinzipiell könne jeder über den Mitgliedsbeitrag des Burgvereins, der bei moderaten 25 Euro im Jahr liegt, beitreten. Vermittelt wird dabei neben mittelalterlichem Wissen auch Handwerkskunst wie beispielsweise Brettchenweben, Schmieden und Lederarbeiten. Peter Herrmann

Das Veranstaltungsprogramm des Burgvereins

Gemeinsam mit dem Forstrevier und der Sparkasse Wolfratshausen veranstaltet der Burgverein Wanderausstellung „DenkMal im Wald! Kultur in der Natur“, die vom 2. bis zum 31. März in der Sparkasse an der Sauerlacher Straße zu sehen sein wird. Besonders freut sich Burgvereinsvorsitzender Ernst Gröbmair auf den Vortrag von Dr. Benno Gantner zum bisher wenig erforschten Thema „Burgställe in der Region im Blick der Laserscanforschung“, das am 3. März um 19 Uhr in der Burgschenke behandelt wird. Exakt zwei Monate später lädt der Burgverein am 5. Mai zu seiner Mitgliederversammlung in die Burgschenke ein. Ebendort wird Nico Pietschmann am 5. Juni über die „Grafen und die Burggeschichte Wolfratshausens“ referieren. In Kooperation mit dem Historischen Verein Wolfratshausen führt Markus Fagner am 20. Juni durch Münsing und berichtet über die dortigen Keltengräber. Zudem beteiligen sich der Burgverein am Bürgerfest (4. Juli), Wirtefest (12. September) sowie am Tag des offenen Denkmals (13. September). Nach einem Vortrag von Markus Fagner zum Thema „Von der Motte zur Burg“ (10. November) treffen sich die Mitglieder am 1. Dezember zu einem weihnachtlichen Ritteressen in der Burgschenke. Darüber hinaus veranstaltet auch der Mittelalterverein „Lupi Albi“ zahlreiche Ausflüge. Infos unter www.burgverein-wolfratshausen.de und www.lupi-albi.de 

Auch interessant

Kommentare