Cannabis-Anbau im Keller und Schlafzimmer

42-jähriger Königsdorfer wollte Geld sparen und landet vor dem Amtsgericht

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Illegale Zucht: Königsdorfer wird vom Amtsgericht zu 18 Monaten auf Bewährung sowie einer Drogentherapie verurteilt.

Königsdorf – Rund 600 Gramm Marihuana fand die Polizei im Sommer des vorigen Jahres bei einer Hausdurchsuchung in Königsdorf. Der Besitzer wurde zuvor von der Grenzpolizei Lindau mit verbotenen Betäubungsmitteln festgenommen und musste sich erst jetzt vor dem Amtsgericht in Wolfratshausen verantworten.

Zudem wurde dem 42-Jährigen nachgewiesen, dass er in einem Münchner Nachtlokal Amphetamine zum Preis von 75 Euro erworben hatte. „Ich hatte einen Rückfall, weil meine Freundin mit mir Schluss gemacht hatte“, erklärte der Angeklagte. Schon im Frühjahr 2019 hatte er über das Internet Cannabis-Samen bestellt und zwei Anlagen zum Anbau in seinem Schlafzimmer sowie im Keller aufgebaut. „Ich wollte Geld sparen und das Zeug nicht teuer woanders besorgen müssen“, gab der Hilfsarbeiter zu.

Die Qualität des Eigenanbaus entsprach allerdings nicht seinen Erwartungen. „Wir haben in seiner Wohnung auch nichts gefunden, was Rückschlüsse auf BTM-Handel zulässt“, sagte ein Drogenfahnder aus. Aufgrund von insgesamt zwölf meist einschlägigen Vorstrafen und einer offenen Bewährung stand für den Angeklagten bei der nun anstehenden Verhandlung viel auf dem Spiel.

Deshalb suchte er schon am Jahresanfang die Caritas-Suchtberatung auf. Aufgrund der Corona-Krise mussten die im März und April angesetzten Gespräche jedoch entfallen. Den schriftlichen Nachweis, dass er bereits davor die Beratung in Anspruch genommen und an einem Drogenscreening teilgenommen hatte, konnte der Königsdorfer dem Schöffengericht jedoch vorlegen. „Ich muss lernen, wie ich mich in persönlichen Krisen richtig verhalte“, sah er ein. Obwohl der Angeklagte vor dem Amtsgericht versicherte, dass er sogar zu einer stationären Therapie bereit wäre, forderte der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von einem Jahr und elf Monaten.

Dieses Strafmaß schien Richter Helmut Berger deutlich zu hoch. Er setzte eine 18-monatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Zudem muss der Verurteilte einen Therapieplan vorweisen. „Ohne den schriftlichen Nachweis, dass Sie bereits Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen haben, wäre es eng für Sie geworden“, gab Berger zu bedenken. Der Königsdorfer nahm das Urteil sofort an. „Ich habe keine Lust mehr auf einen Rückfall und will nie wieder einen Verhandlungssaal betreten“, versprach er. ph

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