DGB fordert Reform

Corona in der Region Bad Tölz-Wolfratshausen: Tausende Minijobber sind arbeitslos

Ein Kellner serviert Wein
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Jobmangel in der Gastronomie: Laut DGB haben in der Region aufgrund der Corona-Situation viele Mini-Jobber ihren Arbeitsplatz verloren.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis - Ende 2020 gab es im Bereich der Arbeitsagentur Rosenheim, die auch für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zuständig ist, 58.246 Mini-Jobber.

Das sind rund 3.600 weniger als im Jahr davor. Vor allem im Gastgewerbe war ein hoher Rückgang der Minijobs, um 2.282 zu verzeichnen.

Wie der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) für die Region Oberbayern mitteilt, haben tausende Beschäftigte im Gastronomie-Gewerbe während der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Auch die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach waren davon stark betroffen.

Im Landkreis Bad Tölz–Wolfratshausen sankt die Zahl der Minijobber um über 500, In Miesbach um fast 800. Der DGB fordert angesichts dieser Statistik deshalb eine Minijob-Reform: „Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, sagt Günter Zellner, der DGB-Regionsgeschäftsführer für Oberbayern. Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen seien, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben deshalb nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

„Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“, beklagt Zellner weiter.

„Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt“, so Zellner. Minijobs seien ein Relikt anderer Zeiten und müssten daher dringend reformiert werden.

Der DGB kritisiere wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange das „System Minijob“ und setze sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein, erklärt Zellner.

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