Crowdfunding-Projekt: Die Raiffeisenbank im Oberland unterstützt Vereine und soziale Institutionen

Erfolg oder Geld zurück

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Gemeinsam für Vereinsprojekte: (v.l.) Klaus Bruckschlegl (Vorstand Isarwinkler Radsportfreunde), Bernd Soffer (Isarwinkler Radsportfreunde), Manfred Klaar (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank) sowie Christian Haas (Leiter der Kindersportschule TV Bad Tölz).

Landkreis/Bad Tölz – Regionale Vereine haben es oft schwer, wenn es um finanziell teure Anschaffungen geht: Die Raiffeisenbank im Oberland schafft hierbei Abhilfe mit ihrem sogenannten Crowdfunding-Projekt, dafür stehen 20.000 Euro Fördersumme bereit.

Die Isarwinkler Radsportfreunde möchten gerne einen neuen Fahrrad-Anhänger, die Kindersportschule einen modularen Bewegungsparcours und der Madlverein würde sich gerne Defibrillatoren anschaffen – die Kosten liegen jeweils bei 5.000 Euro.

„Was einer alleine nicht schafft, das erreichen viele gemeinsam“, erklärt Manfred Klaar, stellvertretender Vorsitzender der Raiffeisenbank. Aber eigentlich keine neue Idee von der Bank. Denn dies sei seit 1850 das Grundprinzip der Genossenschaftsbank, und geht auf den Gedanken ihrer Gründerväter zurück. Deshalb lautet der Slogan der Raiffeisenbank auch „Crowdfunding – Viele schaffen mehr.“

120 Volks- und Raiffeisenbanken sind aktiv auf der Crowdfundig-Plattform vertreten, berichtet Klaar weiter. Auf der Internetseite der Raiffeisenbank sind derzeit rund elf Millionen Euro an Spenden für alle Projekte deutschlandweit beziffert. Hier im Landkreis sind es aktuell fünf Projekte, die sich um eine Finanzspritze bewerben: die Isarwinkler Radsportfreunde aus Lenggries, der Madlverein Ascholding, die Tölzer Kindersportschule sowie aus dem Nachbarlandkreis Miesbach der SV Waakirchen und der Förderverein Realschule Tegernseer Tal. „Wir möchten Vereine und gemeinnützige Institutionen unterstützen, denen die finanziellen Mittel fehlen“, sagt Klaar.

Auch die Isarwinkler seien mit 152 Mitgliedern eher ein kleiner Verein, erklärt Vereinsvorsitzender Bernd Soffer. Die Bandbreite der Mitglieder reiche dabei vom Hobby- bis zum Extremsportler. Bei Wettkämpfen der Nachwuchsfahrer übernehmen Eltern und Trainer den Transport der Fahrräder und um diese zu entlasten, möchte der Verein sich einen sogenannten Kofferanhänger anschaffen. „Darin können bis zu zehn Radl gesichert transportiert werden“, sagt Soffer.

Der Nachwuchs steht auch bei der Tölzer Kindersportschule „KISS“ im Fokus: Christian Haas erklärt den Bedarf des gewünschten Bewegungsparcours: „Kinder bekommen immer weniger Bewegungsmöglichkeiten im Alltag,“ so der Sportschul-Leiter. Im Parcours könnten sie springen, klettern, balancieren und hangeln.

Aber um beim Crowdfunding-Projekt mitzumachen, benötigt es zuerst eine Idee. Mit dieser meldet sich der Verein auf dem Crowdfunding-Portal der Raiffeisenbank an. Dort werden dann Text, Bild und optional ein Video eingestellt. In der Startphase müssen nun genügend Fans gesammelt werden, um in die nächste Runde zu gelangen. Leute, die das Projekt als gut empfinden, klicken auf ein Symbol (Hand mit Daumen nach oben). Je höher die Summe, desto höher ist allerdings auch der benötigte Fan-Anteil. Beispiel: bei einer Projektsumme von 5.000 Euro werden 50 Fans benötigt. Die Fans selber bewerten das Projekt nur, zahlen müssen sie selbst nichts. Ist dann das Interessen-Limit erreicht, geht das Projekt in die 90-tägige Finanzierungsphase: Jetzt erst können Unterstützer die Höhe ihres zu spendenden Beitrags festlegen. Danach heißt es Erfolg oder Ende. Projektbetreuerin Tanja Volpert erklärt: „Erreicht das Projekt nicht die erforderlichen Fans oder die festgesetzte Summe, wird das Projekt nicht realisiert und die Spender erhalten ihr Geld zurück.“

Im Spendentopf der Raiffeisenbank befinden sich insgesamt 20.000 Euro, die aus „dem Gewinnsparen der sozialen Lotterie der Volks- und Raiffeisenbanken stammen“, erklärt Klaar. Für jeden Unterstützer, der mindestens fünf Euro spendet, verdoppelt die Bank die Summe für das jeweilige Projekt bis maximal 2.500 Euro. Für Klaar ist jetzt schon klar, falls Crowdfunding ein Erfolg wird, dann starten wir es noch einmal.“ Daniel Wegscheider

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