Protest gegen Mauerbau

CSU-Fraktion beantragt Nachprüfung im Stadtrat

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Die Mauergegner spannten ein 3,50 Meter hohes Tuch vor den Garten des Anwesens. 

Wolfratshausen – In seiner jüngsten Sitzung stimmte eine Mehrheit im Bau- und Umweltausschusses für die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses sowie einer 3,50 Meter hohen und etwa 25 Meter langen Mauer an der Sauerlacher Straße 15 (wir berichteten). Die CSU will diese Entscheidung nicht hinnehmen und beantragt nun eine Nachprüfung im Stadtrat.

„Eine Nachprüfung muss nach Art. 32, Abs. 3 der Gemeindeordnung erfolgen, wenn unter anderem ein Viertel der Stadtratsmitglieder die Nachprüfung durch den Stadtrat beantragt“, heißt es in dem CSU-Antrag. Mit dem Bürgermeisterkandidaten Günther Eibl, Claudia Drexl-Weile, Peter Plößl, Alfred Fraas, Renate Tilke, Dr. Manfred Fleischer sowie Richard Kugler (parteifrei für die CSU) erschienen schon mal sieben der insgesamt 25 Stadträte zu einer Protestaktion an der Sauerlacher Straße 15. Dort wo die Mauer errichtet werden soll, spannten sie ein 3,50 Meter hohes Tuch, um die Dimensionen der Baumaßnahme zu verdeutlichen. „Wir sind grundsätzlich für die Errichtung eines gestalterisch verträglichen Mehrgenerationenprojektes an dieser Stelle, wollen aber nicht, dass die Stadt bei eigener Vergabe hier einen Präzedenzfall schafft“, erklärte Eibl. Er befürchtet, dass sich andere Wolfratshauser Grundstückseigentümer auf die Entscheidung der Stadt berufen könnten und ähnlich hohe Mauern errichten. Wie im Gelben Blatt berichtet hat die in Ohlstadt ansässige Genossenschaft Maro das Grundstück, auf dem derzeit das denkmalgeschützte alte Krankenhausgebäude steht, in Erbpacht von der Stadt Wolfratshausen übernommen.

Dabei positioniert sich die CSU-Fraktion gegen sämtliche Befreiungen, die erheblich vom derzeit gültigen Bebauungsplan abweichen. „Wir dürfen uns keinen Koloss hinstellen, der städtebaulich nicht vertretbar ist“, stellte Eibl klar. Laut Bebauungsplan sei „nur“ eine maximal 1,75 Meter hohe Mauer im Kreuzungsbereich Sauerlacher Straße/Am Floßkanal zulässig. Zudem befürchtet er, dass ein größerer Lärmschutzwall an der Sauerlacher Straße den Verkehrslärm in Richtung der umliegenden Bebauung reflektieren könnte. Dass die umliegenden Anwohner dann Schadensersatzforderungen an die Stadt stellen könnten, sei zu befürchten. Peter Herrmann

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