Demmel will Förderungskümmerer installieren

CSU-Landratskandidat präsentiert Schwerpunkte seines Wahlprogramms

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Anton Demmel will für die CSU Landrat werden, hier zusammen mit Sabine Lorenz.

Königsdorf – Jede Menge Potenzial etwas im Landkreis zu verändern, sieht Anton Demmel, der für die CSU Landrat werden will. Wo genau seine Politik ansetzen will, erklärte er im Vorfeld der Aufstellungsversammlung zur Kreistagsliste. Demokratie sei lediglich „Macht auf Zeit“ – und die sei eben jetzt abgelaufen, sagte er und meinte damit wohl Amtsinhaber Josef Niedermaier, den Demmel vom Thron stoßen will.

Kreisvorsitzender Thomas Holz sieht den Königsdorfer (Noch-)Bürgermeister als idealen Bewerber für das Amt des Landrats: „Wegen seiner politischen Erfahrung, der Kompetenz und vor allem seinem Willen.“ Und weiter: „Toni brennt für dieses Amt.“

Und „Toni“ erläuterte dann die Schwerpunkte seines Wahlprogramms. Klar, dass der diplomierte Finanzwirt und Dozent an der Bayerischen Verwaltungsschule, sein Augenmerk auf die Kreisverwaltung legt. Die Struktur dort gehöre ordentlich gestrafft. Angesichts über 40 wirtschaftlicher Einheiten in der Kreisbehörde steht für Demmel fest: „Das muss verschlangt werden.“ Dabei sieht er das gar nicht nur in personeller Hinsicht, sondern in erster Linie in einer strukturellen Organisation. Genehmigungsverfahren könnten effizienter werden, die telefonische Erreichbarkeit aller Ebenen gehöre garantiert, so Demmel, der meint, mit einer Verwaltungsstraffung eine Million Euro im Kreishaushalt einsparen zu können.

Eine „Wende“ will Demmel beim Öffentlichen Personennahverkehr einleiten. Mit der Erstellung eines neuen Personennahverkehrsplans habe der Landkreis einen ersten Schritt für eine Verbesserung von Bus und Bahn getan. Es gelte aber die Entscheidungs- und Umsetzungsdauer immer wieder verbessern zu wollen, ohne dabei die Kostenkontrolle zu vernachlässigen. Dennoch: „Eine Verbesserung des ÖPNV wird nicht zum Nulltarif zu haben sein“, weiß auch Demmel. Mehr Schwung sollte die S7-Verlängerrug erhalten. Zwar habe man dabei nur bedingt Einflussmöglichkeiten. Aber beim Ausgleich über das Öko-Konto könnte die kommunale Familie durchaus mithelfen. In Sachen Umweltschutz setzt Demmel darauf, dass dieser in die Verfassung aufgenommen werden soll – damit Umweltschutz bei jeder Entscheidung mitschwingt. „Das darf kein reiner Hype sein, der dann wieder abflacht“, so der 48-Jährige. Dass mit dem Umweltschutz auch die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft einher geht, ist für den Bauernsohn selbstredend.

Demmel verteidigte die Investitionen in die Schul-Infrastruktur, „leider fallen sie in eine Hochpreisphase“. Demmel will als Landrat eher antizyklisch agieren und Tiefpreisbewegungen nutzen. Vorausschauen sei auch in Sachen Pflege angesagt. „Denn hier fehlen bis 2025 bis zu 500 Plätze.“ Entweder müsse der Landkreis da den Geldbeutel öffnen oder Kooperationen eingehen. Das übrigens könnte auch bei der Kreisklinik weiter vorangetrieben werden. Demmel will im Landkreis die zwei Krankenhausstandorte Bad Tölz und Wolfratshausen halten. Eine Trägerschaft sei da nicht zwingend entscheidend. Dass die Kreisklinik in kommunale Hand bleibt, würde Demmel zwar begrüßen, „versprechen kann ich da aber nichts, ich bin für alles offen“.

Demmels Vorstellung in Sachen Wirtschaftspolitik gehen einher mit dem Rückgrat des Landkreises: „Dem Tourismus.“ Hier gelte es Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Und Hilfestellungen für die Kommunen will Demmel über eine neu zu schaffende Stelle für Förderanträge bieten. „Die ist angesichts des vielen Fördergeldes schnell refinanziert“, ist sich Demmel sicher: „Diese Stelle rentiert sich.“

Thomas Kapfer-Arrington

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