Tor zum Moraltgelände aufgestoßen

CSU-Werkstattgespräch im Traditionsbetrieb Taxi Much: Certina Holding GmbH und Stadt im Dialog

+
CSU-Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner (l.) zusammen mit dem CSU-Ortsverband zum Werkstattgespräch in die Räume des Tölzer Taxiunternehmens Much GmbH auf der Flinthöhe ein.

Bad Tölz – Grundeigentümer Hans Wehrmann von der Münchner Certina Holding ließ keinen Zweifel daran, was er nicht will: Keine luxuriösen Wohnungen auf dem ehemaligen Moraltgelände. Die entsprechende Frage hatte zuvor CSU-Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner gestellt, und zwar im Rahmen eines Werkstattgesprächs, zu dem der CSU-Ortsverband in die Räumlichkeiten der Firma Taxi Much auf der Flinthöhe geladen hatte: einem Tölzer Traditionsbetrieb.

Über 70 Mitglieder, Stadtratskandidaten und Interessenten waren gekommen, um sich einerseits Ingo Mehners Vorstellungen anzuhören, aber auch zu erfahren, welche Nutzungsvorstellungen der Eigentümer hat. Nach eineinhalb Stunden Diskussion war klar, dass Wehrmann „gemeinsam und mit der Stadt Bad Tölz ein nachhaltiges Konzept entwickeln“ möchte.

Mehner machte klar, dass er als Bürgermeister nicht „zubetonierte Gewerbegebiete“ anstrebe, sondern „neue Lebensräume mit hoher Aufenthaltsqualität“. Deshalb habe er sich Gedanken gemacht, wie das derzeit wenig ansprechende Moraltgelände in seinem nördlichen Teil (der südliche Teil in Richtung Gaißach ist nach wie vor Produktionsstätte) künftig genutzt werden könne, wobei es immer wieder Gerüchte gebe, auf dem 2003 von Wehrmann gekauften 2,6 Hektar großen Fläche mit alten Firmengebäuden sollten (Luxus-)Wohnungen entstehen. Dies konnte Wehrmann als Gesellschafter und Geschäftsführer der Eigentümergemeinschaft klar verneinen. Bei ihm seien zwar Anfragen von Logistikunternehmen für eine Nutzung als Lagerfläche eingegangen, dies würde zwar viel Fläche, aber wenig Arbeitsplätze bedeuten. Seine Absicht sei ganz deutlich, das „Grundstück nicht kurzfristig, sondern gemeinsam mit der Stadt zu entwickeln und nachhaltig mit handwerklich orientierten Gewerbe zu nutzen. Allerdings können er sich auch eine „lebendige Gastronomie“ vorstellen, repräsentiert von Peter Frech, der bekanntlich als Pächter vom Jailhouse (früher Biertempel) schon seit längerem im Clinch mit dem neuen Eigentümer des Gebäudes liegt und Abwanderungsgedanken hegt.

Wie die künftige Nutzung der alten Hallen aussehen könnte, das machte Mehner seinen Zuhörern klar, wobei er sich Maschinenbau-, IT-Unternehmen, Start-ups und Architekten vorstellen könne. Auf die Frage, was von den früheren Werkshallen noch nutzbar sei, meinte Wehrmann, das hintere Gebäude mit dem markanten Uhrturm sei aus den 1920er-Jahren, hier sei der Denkmalschutz nicht zu vernachlässigen. Außerdem gebe es Probleme mit dem Brandschutz, sodass man nicht alles werde verwenden können. Auf die Frage, welche Unterstützung er sich von der Stadt erhoffe, meinte Wehrmann: „Einen ständigen Dialog mit der Stadt und ein langfristiges Konzept.“ Mehner zeigte sich von den Aussagen „beeindruckt“ und konstatierte, dass man heute „kein konkretes Ergebnis“ verkünden könne, was man sich nicht angestrebt habe. Anton Mayer, aktuell CSU-Stadtrat aus Ellbach, der erneut kandidiert, meinte, Mehner hab mit der Veranstaltung ein Tor aufgestoßen, um gemeinsam mit dem Stadtrat das Areal zu entwickeln und mit den Bürgern „etwas zu bewegen.“

Michael Much nutzte auch die Gelegenheit, sein in Tölz bekanntes Taxiunternehmen vorzustellen: Bereits 1886 begannen seine Vorfahren mit Kutschfahrten. 2002 siedelte das Unternehmen vom Standort an der Königsdorfer Straße um auf den exponierten Platz am östlichen Tölzer Ortsausgang. Hier werden nicht nur Taxifahrten vermittelt, sondern auch Fahrzeuge gekauft, repariert und verkauft.

Much (48), der den Betrieb vor Jahren von seinem Vater Hans übernommen hat, sprach von der Aufbruchstimmung und das auch künftig wieder in der ganzen Stadt zu spüren sein solle, weswegen er sich gerne bereit erklärt habe, seine picobello aufgeräumte Werkstatt für die CSU-Wahlveranstaltung zur Verfügung gestellt zu haben. Bad Tölz – Grundeigentümer Hans Wehrmann von der Münchner Certina Holding ließ keinen Zweifel daran, was er nicht will: Keine luxuriösen Wohnungen auf dem ehemaligen Moraltgelände. Die entsprechende Frage hatte zuvor CSU-Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner gestellt, und zwar im Rahmen eines Werkstattgesprächs, zu dem der CSU-Ortsverband in die Räumlichkeiten der Firma Taxi Much auf der Flinthöhe geladen hatte: einem Tölzer Traditionsbetrieb. bo

Auch interessant

Kommentare