Der Damm des Sylvensteinspeichers ist technisch nun auf neuestem Stand

„Steingewordenes Bollwerk“

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ür rund 24 Millionen Euro wurde der Sylvensteinspeicher modernisiert. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen und das „Jahrhundertbauwerk“ wurde feierlich eingeweiht.

Lenggries – Mit einer kleinen Feierstunde würdigten Politiker und Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim vergangenen Mittwoch die Fertigstellung der Arbeiten am Sylvensteinspeicher.

Nach fast 60-jähriger Betriebszeit ist die Talsperre umfangreich modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden. Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Dr. Marcel Huber und die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf lobten unisono das „Jahrhundertbauwerk zum Wohle der Menschen“.

Doch auch die lokale Politik kam zu Wort. Der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl fand als Einziger nicht nur Positives, indem er nachdenklich fragte, ob wohl ein derartiges Projekt in der heutigen Zeit noch eine Chance auf Verwirklichung hätte. Zu einschneidend würden heute wahrscheinlich die Auswirkungen in die Natur gewertet werden. Auch merkte er an, dass dieses Bauwerk nicht nur als Rückhaltebecken bei Hochwasser dient, sondern ebenfalls als Wasserspender für die Natur, wenn es einmal lange nicht regnet.

Landrat Josef Niedermaier schwelgte dagegen in seiner Kindheit und erzählte von Fotos eines überschwemmten Bad Tölz, die ihm seine Oma gezeigt habe. Er selbst sei mit dem Damm aufgewachsen und konnte sich das in seiner Kindheit nur schwer vorstellen. Aber die Menschen hätten damals mit dem Fluss gelebt, ein gelegentlich voller Keller habe seinerzeit einfach dazu gehört. Auch seien die Keller früher anders konzipiert gewesen: „Was vorn reinlief, lief hinten halt wieder raus“.

Den Blick fürs Überregionale suchte Ulrike Scharf. Diese technische Meisterleistung sei die „Visitenkarte unseres Landes“ und diene der Sicherheit der Bevölkerung. Der Sylvensteinsee habe sich im kollektiven Bewusstsein verankert, sei ein Stück Heimatgeschichte und das steingewordene Bollwerk der Sicherheit. Der Kontrollgang im Inneren des Damms setze Weltmaßstäbe. Erfreulicherweise vermied sie in ihrem Überschwang das Wort „Weltniveau“.

Pragmatischer ging Marcel Huber seine Rede an. Einerseits halte er diesen See für einen „natürlichen Teil der Landschaft in einem Stück Bilderbuchbayern“, der sogar Menschen anziehe, wenn er abgelassen ist, wie die letzten Monate gezeigt hätten. Andererseits wies er darauf hin, dass man diese Feier eigentlich in München feiern müsste. Mitten auf dem Marienplatz, denn dieser wäre bei den letzten drei Hochwassern in den Jahren 1999, 2003 und 2013 gut einen Meter überschwemmt gewesen. Nur sei das den Münchnern heute nicht mehr bewusst, weshalb sie diese Feier auch nicht verdient hätten. Die Modernisierung mag 24 Millionen Euro gekostet haben, doch das sei nichts gegen die Schäden, die ein geflutetes Münchner U- und S-Bahnnetz nach sich gezogen hätte. Vermutlich wäre das in die Milliarden gegangen, drei Mal nacheinander. Und Dank des Klimawandels sei schließlich nicht zu erwarten, dass sich das nicht wiederhole. Der Damm sei deshalb ein Symbol, das Bayern ausmacht.   Norbert Jiptner

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