Diebstahl im Discounter

55-Jähriger entwendet mit seiner Lebensgefährtin Kosmetikartikel

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Richter Helmut Berger folgte dem Antrag des Staatsanwaltes. Der seit vielen Jahren arbeitslose 55-Jährige darf den Betrag in 25-Euro-Monatsraten abbezahlen.

Geretsried/Wolfratshausen – Auf frischer Tat ertappte ein Ladendetektiv im September 2019 einen Mann und eine Frau, die aus einem Supermarkt diverse Kosmetikartikel entwenden wollten. Nachdem die Täterin bereits vor einigen Monaten verurteilt wurde, musste sich nun ihr Lebensgefährte wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht verantworten.

Für den 55-jährigen stand einiges auf dem Spiel, denn er wurde bereits vor einem Jahr wegen Diebstahls verurteilt. Damals entwendete der Wolfratshauser in einem Geretsrieder Supermarkt einen Energy-Drink im Wert von 1,50 Euro und wurde vom Amtsgericht zu einer moderaten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 15 Euro – insgesamt 300 Euro – verurteilt.

Am 23. September 2019 betrug der Wert der von ihm und seiner Lebensgefährtin gestohlenen Waren 38,33 Euro. Ein Ladendetektiv beobachtete die Frau in einem Geretsrieder Supermarkt dabei, wie sie zunächst die Barcode-Etiketten von den Kosmetikartikeln abkratzte und dann zunächst auf den Kindersitz ihres mit Lebensmitteln gefüllten Einkaufswagens legte. Ihr Mann ließ die Waren dann in seiner Umhängetasche verschwinden. Weil die alarmierte Polizei bei der Durchsuchung der Tasche zudem ein Cuttermesser fand, das als Waffe verwendet werden könnte, drohte dem Angeklagten nun eine hohe Strafe.

Rechtsanwalt Georg Kastenmüller bat in der Verhandlung um ein Verständigungsgespräch mit dem Staatsanwalt und Richter Helmut Berger. Da ein Cuttermesser seiner Ansicht nach „ein Mittelding zwischen Alltagswerkzeug und Waffe“ sei, bat Kastenmüller um ein moderates Urteil für seinen Mandanten. Zudem verwies er darauf, dass die Waren noch am Tattag wieder in den Verkauf gehen konnten.

Der Staatsanwalt bezeichnete die Tat als „minderschweren Fall eines bewaffneten Diebstahls“ und forderte eine Geldstrafe in Höhe von 160 Tagessätze zu je 15 Euro – insgesamt 2.400 Euro. Da der Angeklagte seine vorherige Geldstrafe für den Energy-Drink-Diebstahl noch nicht abbezahlt hatte, bildete er eine Gesamtstrafe. Richter Helmut Berger folgte dem Antrag des Staatsanwaltes. Der seit vielen Jahren arbeitslose 55-Jährige darf den Betrag in 25-Euro-Monatsraten abstottern. ph

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