Primiz- und Petrus Segen 

Dietramszell-Erlach: Neupriester feiert Primiz-Messe

Georg Böckl-Bichler (l.) überreicht Erinnerungsbänder an die Fahnenabordnungen.
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Georg Böckl-Bichler (l.) überreicht Erinnerungsbänder an die Fahnenabordnungen.
  • Ewald Scheitterer
    VonEwald Scheitterer
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Dietramszell-Erlach – Eigentlich war alles wie es sich für einen „normalen“ großen oberbayerischen Festtag gehört, als am Sonntag Georg Böckl-Bichler seine Primiz-Messe in Erlach und Steingau feierte.

Mit einem Kirchenzug zum Dorfplatz in Erlach, wo viele Hunderte die Feldmesse mit ihm feierten. Anschließend ging’s im Festzug zurück nach Steingau zum Wirt, der extra ein Festzelt mit großem Open-Air-Biergarten aufgebaut hatte. Dort wurde gemeinsam getafelt, Ehrengaben überreicht und die Grußworte von Landrat und Bürgermeister gehalten sowie die Eltern des Primizianten noch abgedankt.

Man merkte es den Festgästen richtig an, wie ausgehungert sie sich nach den vielen Monaten der Pandemie-bedingten Einschränkungen danach gesehnt hatten, wieder ein schönes Fest nach althergebrachter Tradition und Brauchtum feiern zu dürfen. „Schon allein deshalb haben wir uns dazu entschlossen, so zu feiern, komme was da wolle“, freute sich der frischgebackene Priester Georg Böckl-Bichler mit seinen Gästen. Er ist in Erlach geboren und aufgewachsen.

Zelt klatschte mit

Und viele seiner alten Freunde, Bekannte und Verwandte wollten an seinem Ehrentag dabei sein. So spielten etwa im Festzelt die Gasteiger aus Gmund zünftig auf, bei denen der „Girgl“, wie er im Dorf nur genannt wird, acht Jahre lang Posaune gespielt hatte. Auch bedurfte es im Festzelt nicht viel, um die Stimmung in Schwung zu bringen. Als die Kapelle nämlich nach den einführenden Stücken den Bayerischen Defiliermarsch intonierte, klatschte das ganze Zelt im Rhythmus kräftig mit.

„Ein wenig nervös war ich Vorfeld schon, vor allem wegen des Wetters“, gab Böckl-Bichler zu. Und zum Auftakt am Morgen hatte der Himmel tatsächlich noch seine Schleusen geöffnet. Doch davon hatten sich seine vielen Gäste nicht abhalten lassen und waren zur Feldmesse erschienen. Die musikalische Begleitung des Gottesdienstes hatten dann Organist Franz Mitterreiter, der Kirchenchor Steingau unter der Leitung von Claudia Seidenschwand-Wiesmeier und das Bläserensemble Baiernrain-Dietramszell unter der Leitung von Robert Illner übernommen.

Fröhliche Schar

Seinen Primizspruch „Bei Dir ist die Quelle des Lebens“ hatte der 35-jährige Neupriester dann in die Mitte seiner ersten Messe gestellt. In seiner Predigt ging er auf die Verbindung zwischen Kirche und Welt ein, auf deren Gelingen er „zum Wohle Gottes und zum Heil der Menschen“ hoffe. Offensichtlich hatte auch Petrus ein Einsehen mit der fröhlichen Feierschar, denn bald darauf zeigten sich erste weiß-blaue Flecken am Himmel und der Regen versiegte während der Feldmesse.

„Seid achtsam und friedlich beim Raffn um einen Sitzplatz“, gab schließlich Primizlader Alexander Seebald den Gläubigen schmunzelnd mit auf den Weg zum Festzelt. Letzteres fasste lediglich gute 300 Personen und etwa noch einmal so viele im Freigelände. Alles verlief Corona-konform: ein „überdachter Biergarten“ mit jeweils zehn Personen an einem Tisch, ist derzeit erlaubt.

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