Folgenreicher Zusammenstoß

Urteilsspruch vom Amtsgericht für Autofahrt unter Alkoholeinfluss

Justitia hält die Waagschalen
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Fahren und Alkohol wird bei Verstoß hart geahndet: ein Angeklagter muss deshalb nun 1.500 Euro Strafe zahlen.

Dietramszell – Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen musste sich ein 52-jähriger Dietramszeller vor dem Amtsgericht in Wolfratshausen verantworten.

Im Juni fuhr er mit seinem PKW für einen kurzen Augenblick auf der falschen Straßenseite und stieß mit einem Kleintransporter zusammen. „Das tut mir unendlich leid“, erklärte der Angeklagte. Am 3. Juni fuhr er gegen 20 Uhr auf der Straße zwischen Stockach und Rampertshofen versehentlich für einen kurzen Augenblick zu weit links und prallte mit einem entgegenkommenden Kleintransporter zweier Handwerker zusammen.

Während sich die beiden Handwerker nur leichte Prellungen und Hautabschürfungen zuzogen, traf es den Unfallverursacher härter: wegen eines gebrochenen Lendenwirbels und drei gebrochener Zehen musste der Mann mit dem Hubschrauber ins Murnauer Krankenhaus geflogen werden und wurde dort erst nach zwei Wochen entlassen. Es folgte eine umfangreiche Reha und Physiotherapie.

Polizei misst 1,05 Promille

Dass der Unfall wahrscheinlich durch vorherigen Alkoholgenuss verursacht wurde, gab der Angeklagte zu. Nach einem Ausflug an den Achensee hatte er zunächst zu Hause zwei kleine Flaschen Bier und zwei Weißweinschorlen getrunken. Eine bei ihm kurz nach dem Unfall durchgeführte Alkohol-Messung ergab einen Wert von 1,05 Promille. „Ich wollte eigentlich nicht mehr fahren, habe es mir dann aber leider anders überlegt“, bedauerte der Dietramszeller.

Ein Polizist sagte vor Gericht aus, dass er die Straße nach dem Unfall abgemessen hat. „Bei einer Straßenbreite von fünf Metern hätten beide Fahrzeuge genug Platz gehabt“, erklärte er. Die beiden 31- und 28-jährigen Handwerker stellten in der Verhandlung klar, dass sie kein Interesse an der Strafverfolgung des Unfallverursachers haben. An ihrem Fahrzeug entstand Totalschaden.

Richter zeigt Milde

Der Staatsanwalt forderte eine Geldstrafe in Höhe von 80 Tagessätzen zu je 30 Euro – insgesamt 2.400 Euro – sowie eine neunmonatige Führerscheinsperre. Richter Helmut Berger bewertete es positiv, dass sich der Angeklagte noch vom Krankenbett aus telefonisch bei den zwei Handwerkern entschuldigt hatte und geständig war. Er reduzierte die Tagessatzanzahl auf 50, sodass der Mann nun nur noch 1.500 Euro zu zahlen hat. Zudem muss er weitere vier Monate auf seinen Führerschein verzichten. Peter Herrmann

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