Digitale Umweltdiskussion

Grüne, „Fridays for Future“ und Naturschützer fordern nachhaltige Maßnahmen

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Kulturbühne-Betreiberin Assunta Tammelleo (v.l.) lud „Fridays for Future“-Aktivistin Emmi Fröhner, Umwelt-Stadtratsreferent Dr. Hans Schmidt und Dr. Sigrid Bender vom Bund Naturschutz zur Diskussion ein.F

Wolfratshausen/Gelting – Nach Musikern, Autoren und Wissenschaftler nutzen nun auch erstmals der Wolfratshauser Umweltreferent Dr. Hans Schmidt, die „Fridays for Future“-Aktivistin Emmi Fröhner sowie die Bund-Naturschutz-Ortsvorsitzende Dr. Sigrid Bender die Livestream-Plattform der Kulturbühne Hinterhalt.

„Kultur ohne Politik ist auch nichts: Wir hängen alle an den Entscheidungen der Mandatsträger“, erklärte Assunta Tammelleo. Die Betreiberin der Kulturbühne wurde im März als Vertreterin der Grünen in den Wolfratshauser Stadtrat gewählt. Die politische Nähe zu ihrem Fraktionskollegen Dr. Hans Schmid führte nun zur Aufzeichnung einer knapp einstündigen Klimaschutz-Diskussionsrunde.

Dabei hielt der „Stadtratsreferent für Umwelt und Klima“ zunächst einen langen Monolog über seine Ziele. So möchte Schmidt den nicht motorisierten Verkehr im Stadtgebiet zum Beispiel durch den Bau von Fahrradstraßen beziehungsweise -streifen verbessern. Geplant seien in Wolfratshausen zum Beispiel beidseitige Fahrradspuren auf der viel befahrenen Königsdorfer Straße sowie ein weiterer Fahrradstreifen auf der Sauerlacher Straße. „Man muss den Autoverkehr ein bisschen behindern, sonst steigen die Leute nicht um“, erklärte Schmidt. Die 15-jährige Schülerin Emmi Fröhner regte in diesem Zusammenhang die Förderung eines Lastenfahrräder- beziehungsweise E-Bike-Verleihs an. „Es fahren immer noch zu viele Menschen kurze Strecken mit dem Auto, um ihre Einkäufe zu erledigen“, bemerkte sie. Forcieren möchte Schmidt zudem die Energiewende und den Ausstieg aus der Kohlenutzung. Er erinnerte daran, dass es Fördermöglichkeiten für Photovoltaik, Solarthermie, Wärmeverbundnetze und CO2-freie Heizsysteme gibt. Dr. Sigrid Bender lenkte den Fokus abschließend auf den Artenschutz. „Die Schaffung von naturnahem Grün in Wolfratshausen ist eines meiner Hauptziele“, sagte sie. Selbst wer nur einen kleinen Garten oder einen Balkon hat, könne etwas bewirken. 

Wichtig sei nur, dass die Bürger auch von der Stadt und durch öffentliche Kampagnen mehr informiert werden. Umso mehr bedauert Schmidt den Abgang des städtischen Energie- und Umweltbeauftragten Robert Maier. „Bis die Stelle neu besetzt ist, wird in dieser Richtung leider erst mal weniger laufen“, befürchtet Schmidt. Die Möglichkeit, während des Livestreams Fragen im Live-Chat zu stellen, nutzte vor allem Stadtrat Rudi Seibt. Er forderte einen sparsameren Einsatz der Straßenbeleuchtung. Ein völliges Abschalten – zum Beispiel für eine Stunde in der Nacht – schloss Schmidt aus Sicherheitsgründen aus: „Wir könnten die Straßenbeleuchtung aber auf 50 Prozent der Leistung dimmen und damit Energie sparen.“ Ohnehin habe die Stadt Wolfratshausen bereits viele energiesparende LED-Lampen installiert. Peter Herrmann

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