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Discounter wechselt Seite

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Der Penny Markt an der Königsdorfer Straße soll geschlossen und auf der gegenüberliegenden Seite in größeren Abmessungen neu gebaut werden.
Der Penny Markt an der Königsdorfer Straße soll geschlossen und auf der gegenüberliegenden Seite in größeren Abmessungen neu gebaut werden.

Der Discounter „Penny Markt“ will sein seit 24 Jahren bestehendes Geschäft an der Königsdorfer Straße im Gemeindebereich Wackersberg gegenüber dem Sägewerk Heiß nun doch nicht erweitern. Stattdessen will der Konzern den Laden gegenüber der Straße auf dem Gelände des Sägewerkes neu eröffnen und viel größer bauen sowie dem Supermarkt einen Backshop angliedern.

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag auf Vorbescheid positiv beschieden. Antragsteller war allerdings nicht der Penny Markt, sondern Grundstücksbesitzer Johannes Heiß, der dem Vernehmen nach sein Sägewerk aufgeben und sich nur noch dem Holzhandel und der Holztrocknung widmen will. Nach Aussage von Bürgermeister Alois Bauer wird Heiß als Bauherr auftreten und die Immobilie dann an den Penny Markt verpachten. Was aus dem Altgebäude des Discounters neben der Isar werden soll, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Bauer würde sich ein weiteres Geschäft mit Frischware wünschen. Die Erweiterungspläne hatten sich seinerzeit zerschlagen, weil der Anbau genau dort geplant war, wo sich im Untergrund die Kanalisation der Stadt Tölz befindet und es technisch kaum möglich gewesen wäre, diese zu verlegen. Auch jetzt hat die Stadt den Antrag nicht unterschrieben, weil, wie es heißt, noch unklar sei, was mit dem Altgebäude geschehe. Die Nachbarstadt befürchtet negative Auswirkungen auf das Geschäftsleben im Badeteil. Penny hingegen kalkuliert ganz anders. Dem Antrag zufolge hat man zwar auch das Badeteil als Einzugsgebiet ins Auge gefasst. Man setzt aber vor allem auf Kunden aus den Landbereichen bis kurz vor Königsdorf mit insgesamt 3.168 Einwohnern. Bauer sieht die neue Situation positiv, da es gelte, die Nahversorgung vom Burgstein bis ins Badeteil zu sichern: „Gerade in der Burgsteinsiedlung gibt es viele ältere Leute, die dort zu Fuß zum Einkaufen gehen können“. Der neue Discounter soll eine Verkaufsfläche von etwas weniger als 800 Quadratmeter haben, der Backshop unter 100 Quadratmeter bleiben. Dies deshalb, weil bei diesen Abmessungen auf ein Raumordnungsverfahren verzichtet werden kann. Auch muss kein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden, weil das Gelände mit seinem Sägewerk bereits als Gewerbefläche ausgewiesen ist. Laut Antrag sollen 2.100 verschiedene Artikel in den Regalen stehen, Lebensmittel sollen einen Anteil von 50 Prozent ausmachen. Ob sich allerdings der Wunsch der Wackersberger erfüllen lässt, den Backshop von einem örtlichen Bäcker betreiben zu lassen, ist fraglich. Vorsorglich wird dieser Gedanke aber in den Genehmigungsbescheid mit aufgenommen. Mit der vorgesehenen Architektur konnten sich die Räte größtenteils anfreunden. Nur möchten sie die Giebelseite nicht mit Blech, sondern mit Holz verkleidet sehen.

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