Globale Waldschutzmaßnahmen

SPD diskutiert über Umsetzbarkeit von Sanktionen gegen Baumfrevler

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Damit Wald gesund wir und um Baumfrevlern das Handwerk zu legen fordert Forstwirt Götz Alexander Feldmann (r.) harte Gesetze.

Geretsried – Der selbstständige Forstwirt Götz Alexander Feldmann war Gast des jüngsten SPD-Stadtgesprächs in der Gaststätte Isarwinkel. Die absichtlich gelegten Brände im südamerikanischen Regenwald haben weder ihn noch die SPD-Mitglieder kalt gelassen.

Feldmann zog 1990 aus Rheinland-Pfalz nach Bayern und arbeitete unter anderem lange Zeit im Revier St. Heinrich am Starnberger See. Dort wurde der Fichtenbestand in den 1990er-Jahren durch Windschäden und Borkenkäfer stark minimiert. Durch das Anpflanzen von Laubbäumen gelang es, dort ein gesundes Biotop zu schaffen. Ähnliche Aktionen würde sich Feldmann auch in Brasilien wünschen. „Leider gibt es dort gewissenlose Geschäftsleute, die den Boden ausbeuten und keine Renaturierungsmaßnahmen durchführen“, bedauert der 52-Jährige. Umso wichtiger sei es, dass sich europäische Länder in Sachen Klimaschutz zusammenschließen und wirtschaftlichen Druck ausüben. 

SPD-Mitglied Bernhard Lorenz sieht das genauso: „Wir müssen unsere Marktmacht ausnutzen, indem wir nur nachhaltige produzierte Produkte kaufen: Das wäre der richtige Hebel“, glaubt der pensionierte Gymnasiallehrer. Obwohl der Wald im Landkreis laut Feldmanns Einschätzung weitgehend intakt ist, dürften auch Kommunalpolitiker in Sachen Klimaschutz nicht untätig bleiben. Die Ausrufung des Klimanotstands, den zum Beispiel der Wolfratshauser Stadtrat jüngst durchgesetzt hat, hält Lorenz für ein probates Mittel. „Nur so können wir die notwendigen Maßnahmen effektiv durchsetzen“, erklärte er. Zweiter Bürgermeister Hans Hopfner und der ehemalige Geretsrieder Stadtrat Herbert Mieseler äußerten indes die Befürchtung, dass die deutschen Umweltschutzambitionen nur einen geringen Einfluss auf die Weltpolitik ausüben. „Wir müssen den Anfang machen, aber ohne die anderen Länder schaffen wir es nicht“, ist sich Hopfner sicher. Er verwies darauf, dass die „Fridays for Future“-Proteste in Südeuropa kaum registriert werden.

Doch gerade Spanien, Griechenland oder Italien seien vom Klimawandel und Waldbränden noch stärker betroffen als Deutschland. So blieb am Ende der Diskussionsrunde nur die Erkenntnis, dass zumindest in Geretsried die Welt noch in Ordnung ist. „Dank der Baumschutzverordnung kommt es hier regelmäßig zu Nachpflanzungen“, lobte Bruckner. Götz Alexander Feldmann kann das bestätigen. „Ich habe bestimmt schon viele Bäume gefällt, aber noch mehr eingepflanzt“, unterstrich der Forstwirt. Für ihn fehlt nun nur noch ein global agierender Schiedsrichter, der den Baumfrevlern in Südamerika durch harte Gesetze das Handwerk legt.Peter Herrmann

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