Protest gegen Parkdeck

SPD diskutiert über umstrittene Baumaßnahme am Paradiesweg

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Verzichtete beim SPD-Stadtgespräch auf forsche Kampfansagen: Bürgermeisterkandidat Manfred Menke (r.) .VZDem Bau eines Parkdecks am Paradiesweg könnte ein Grünstreifen zum Opfer fallen.

Wolfratshausen – Am Paradiesweg soll ein Parkdeck mit 106 Stellplätzen entstehen. Beim SPD-Stadtgespräch im Wirtshaus Flößerei kamen Befürworter und Gegner zu Wort.

„Die Nachbarn wurden bei den Planungen nicht einbezogen: Uns wurde die Einsicht in Gutachten verwehrt“, ärgert sich Dr. Peter Mayer. Bürgermeister Klaus Heilinglechner erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es vor einigen Wochen einen Ortstermin mit Mayer gegeben habe und ihm dort auch Pläne gezeigt wurden. Dennoch erwägt der Arzt eine Klage. Der Anwohner fürchtet vor allem, dass ein Grünstreifen mit mehreren Bäumen dem Parkdeckbau zum Opfer fallen könnte. „Da wird ein grässlicher Kasten hingestellt“, prognostiziert Mayer. Er zweifelt daran, dass durch die bloße Schaffung von Parkplätzen die Altstadt belebt wird. „Das ist ein Denkfehler: Attraktive Geschäfte wären wichtiger“, glaubt Mayer. SPD-Ortsvorsitzender Peter Fasching kann den Zorn Mayers nachvollziehen. „Unsere Forderung, ein Gesamtparkkonzept für die Stadt zu erstellen, ist nicht erfüllt worden“, bedauerte er. Gerlinde Berchtold, die im Bauausschuss und im Stadtrat gegen den Bau eines Parkdecks gestimmt hatte, sieht das genauso. „Auch die unterschiedlichen Tarife an den verschiedenen Parkplätzen führen zu einem Wolfratshauser Flickenteppich“, gab sie zu bedenken. Mayer befürchtet zudem, dass sich die Autofahrer das Geld für das Parkdeck sparen und stattdessen entlang der benachbarten Straßen parken.

Trotz dieser Bedenken präsentierte sich Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller erneut als Befürworter des rund 2,1 Millionen Euro teuren Projekts. Denn durch den Einbau eines Aufzugs und die damit einhergehende Erfüllung der Barrierefreiheit winken Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro. „Jeder Parkplatz kostet der Stadt dann nur noch 13.000 Euro“, rechnete er vor. Schnaller hofft, dass schon im kommenden Frühjahr mit dem Bau begonnen wird, sodass das Parkdeck im Spätherbst eröffnet werden kann. Den Grünstreifen möchte Schnaller zwar erhalten. „Es kann aber nicht jeder Baum stehen bleiben“, räumte er ein. SPD-Bürgermeisterkandidat Manfred Menke, der das zweieinhalbstündige SPD-Stadtgespräch moderierte, verzichtete auch bei anderen Themen wie beispielsweise dem geplanten Mauerbau an der Sauerlacher Straße 15 weitgehend auf persönliche Stellungnahmen und Kampfansagen an politische Gegner. Für Parteifreund Hans Gärtner der falsche Weg: „Wir können diesen Wahlkampf nur gewinnen, wenn wir uns klar positionieren“, forderte er. Der Stadtrat stimmte der Errichtung des Parkdecks am Paradiesweg in seiner jüngsten Sitzung bereits zu.Peter Herrmann

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