„Wir brauchen mehr WG‘s“

Django Asül begeistert Publikum beim letzten Abend des Fluss-Festivals in Wolfratshausen

Django Asül beim Flussfestival in Wolfratshausen
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Hatte die Lacher auf seiner Seite: Django Asül.
  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Wolfratshausen – Am letzten Abend des Fluss-Festivals sorgte der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist Django Asül für voll besetzte Ränge.

Mit seinem Programm „Offenes Visier“ begeisterte er mit seinem Blick auf politisches und geschichtliches Weltgeschehen. Zuerst hatte Bürgermeister Klaus Heilinglechner das Wort. Mit Witz ließ er das Fluss-Festival Revue passieren: „Corona, Regen und Hochwasser hatten das Sommer-Event immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, die vom Organisations-Team hervorragend gemeistert wurden.“ Unter die Freude, dass das Fluss-Festival so gut angenommen wurde, „mischt sich nun Wehmut, dass dies der letzte Abend ist“, so Heilinglechner.

Dass der Rathauschef bei seiner Ansprache für einige Lacher gesorgt hatte, ist auch Kabarettist Django Asül nicht entgangen: „Was soll ich nach so einem Vorredner noch bringen“, begrüßte Asül das Publikum. Zum Einstieg nahm er gleich Wolfratshausen und Umgebung aufs Korn. Der Bürgermeister habe ihn im Vorfeld zu einer Stadtführung eingeladen – doch diese sei sehr kurz gewesen.

Ehrenamtlicher Immobilienmakler

Der gelernte Bankkaufmann stürzte sich wie üblich auf politische Themen. Da darf die aktuelle Wohnungsnot nicht fehlen. Asül erklärte, dass er aus diesem Grund auch ehrenamtlich als Immobilienmakler tätig sei. „Ich habe mich auf den Markt der Vermietungen im mittleren Segment fokussiert“, erklärte er mit hochgezogener Augenbraue. „In den richtigen Wohnungen sitzen die falschen Leut‘.“ Sein Vorschlag: „Wir brauchen mehr WG‘s.“

Ein 20-Jähriger und ein 80-Jähriger würden hervorragende Synergien in Haushalt ergeben. Die jungen Mitbewohner könnten sich um Dinge kümmern wie Getränkekästen schleppen und die Alten erklären währenddessen, was früher alles besser war, und dass die Jugend sich nicht so anstellen soll.

Nach dieser Gesellschaftskritik, die für großes Gelächter sorgte, wurde es historisch. Asül erläuterte warum Malta, das optimale EU-Land sei und auch die Fußballnationalmannschaft musste in seinen humorigen Ausführungen dran glauben: „Deutschland hat 1958 in Ägypten, gegen Ägypten 2:1 verloren. Und das obwohl die Ägypter überhaupt zum ersten mal Fußball gespielt haben“, versicherte Asül.

Digitalisierung sei noch ganz weit weg

Damit sei aber nun der historische Teil des Programms abgeschlossen. Die Frage, warum immer etwas Geschichte in seinen Abenden dabei sei, beantwortete er gleich selbst: „Ich will das mein Publikum ein bisschen gescheiter heim geht, als es gekommen ist. Das ist der Gegensatz zur Gemeinderatssitzung.“ Die Anwesenden antworten mit brüllendem Gelächter.

Gesellschaftskritisch wurde der Niederbayer, als er die Geltungssucht von Mitmenschen aufs Korn nahm. Jeder will etwas besonderes sein. Wer dann bei der Optimierung an seine Grenzen stoßen würde, bei dem mache sich nach Ansicht des Kabarettisten Frust breit. Die Situation ließe sich dann „in den deprimierten Satz von Rudi Carrell zusammenfassen: Das wäre ihr Preis gewesen.“

Die Gefahr, dass man aufgrund der Digitalisierung den Anschluss verlieren würde, bestehe aber nicht. Der Grund: „Das Stromnetz ist dermaßen wackelig, da haben wir eher öfter einen Blackout.“ Digitalisierung sei noch ganz weit weg. Wer dann mit einem Start-up-Unternehmen durchstarten will, solle sich kritisch mit der Idee auseinander setzen. Denn: „Bei Start-ups hat einer eine Idee, aber kein Geld. Wenn er Geld hätte, hätte er nicht die Idee.“

Nach einem geballten Abend mit viel Humor und kritischen Denkanstößen, verabschiedete sich Asül beim begeistert klatschenden Publikum mit den Worten „Öffnen sie ihren Blickwinkel und suchen sie Nähe.“

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