Neue Seniorenberatung

Dr. Sabine Gus-Mayer verspricht Hilfe bei Problemen

BRK-Bereichsleiter Soziale Dienste
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Erweitern die Hilfsangebote für Senioren (v. l.): der BRK-Bereichsleiter Soziale Dienste Helmut Kulla, Seniorenberaterin Dr. Sabine Gus-Mayer sowie die Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige Melanie Stamp.

Wolfratshausen – Jeden dritten Montag im Monat steht Dr. Sabine Gus-Mayer von 14 bis 16 Uhr in den Räumen der BRK-Fachstelle für pflegende Angehörige in der Barbezieuxstraße 1 als Ansprechpartnerin zur Verfügung. In einem Pressegespräch erklärte die 58-Jährige, worauf es ihr ankommt.

„Viele Senioren wünschen sich einen Ansprechpartner außerhalb der eigenen Familie“, stellte Gus-Mayer fest. Die Diplom-Biochemikerin wurde vor 13 Jahren in den Geretsrieder Stadtrat gewählt und erwarb nicht nur als Seniorenreferentin des Stadtrats sondern auch als Seniorenbeauftragte für den Landkreis viel Erfahrung im Umgang mit alten Menschen.

So engagiert sie sich seither bei den Seniorenveranstaltungen der Stadt Geretsried und organisiert Ausflüge. „Damit erreiche ich etwa 300 Personen: die meisten aus Geretsried, aber auch aus Wolfratshausen, sogar Leute aus Königsdorf, Münsing und Egling fahren immer wieder mit“, berichtet Gus-Mayer. Seit 2014 bietet sie als ehrenamtliche Helferin in Geretsried zwei Seniorensprechstunden pro Monat an. „Es ist ein niedrigschwelliges Angebot ohne Rechts- und Rentenberatung“, betont Gus-Mayer. Es gehe eher um die Hilfe und Unterstützung bei Alltagsproblemen wie zum Beispiel das Ausfüllen von Formularen, Anträgen oder die Vermittlung von Kontakten rund um das Älterwerden. So könnten die Wohnraumberatern des Landkreises zum Beispiel klären, wie man die eigenen vier Wände altersgerecht machen kann und Angebote wie Essen auf Rädern oder den Hausnotruf annimmt. „Manchmal kann ich auch keine konkrete Hilfe anbieten, sondern höre einfach nur zu“, räumt Gus-Mayer ein. Selbstverständlich bleiben alle Gesprächsinhalte streng vertraulich.

In diesem Rahmen bietet sie die Sprechstunden nun auch in der Nachbarstadt Wolfratshausen an. „Als sie uns die Beratung angeboten hat, haben wir das sofort angenommen“, erklärte Helmut Kulla. Der BRK-Bereichsleiter Soziale Dienste hob die gute Kooperation mit der Geretsriederin hervor. Denn Gus-Mayer habe schon oft die Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige, Melanie Stamp, kontaktiert, um Probleme schnell und unbürokratisch lösen zu können. Sorgen bereiten den beiden jedoch die negativen Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie. „Die Einstufung pflegebedürftiger Menschen ist schlechter geworden“, bedauert Stamp. Denn der dafür zuständige Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) verzichtet aufgrund der Ansteckungsgefahr auf Hausbesuche und berät nur noch am Telefon.

„Die Senioren beschönigen ihre Situation. Niemand gibt gerne zu, was er nicht mehr kann. Das ist ihnen peinlich“, sagte Stamp. So seien viele Menschen zu Unrecht heruntergestuft worden und können nun gar keine oder zu wenige Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. „Vor einem aufwändigen Widerspruchsverfahren schrecken viele Senioren zurück“, erklärte Kulla.

Peter Herrmann

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