„Sind sehr gut ausgerüstet“

Dreikönigsversammlung für Führungskräfte der Landkreis-Feuerwehren

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Kreisbrandrat Alfred Schmeide (re) erstattete bei der Dreikönigsversammlung im vollbesetzten Tölzer Kurhaus umfangreich Bericht über das Feuerwehrjahr 2019.

Bad Tölz/Landkreis – Nicht nur die Wintersportler denken derzeit an die Schneefälle, die vor genau einem Jahr über dem Landkreis niedergingen und zur Ausrufung des Katastrophen-Falls führten. Das Schneechaos im Januar 2019 war auch bestimmendes Thema der traditionellen Dreikönigsversammlung für die Führungskräfte der Landkreis-Feuerwehren  im Tölzer Kurhaus. Sie wurde erstmals von dem zum Nachfolger von Karl Murböck gewählten neuen Kreisbrandrat Alfred Schmeide geleitet.

Dabei zogen die Kommandanten und Stellvertreter der 58 Landkreis-Feuerwehren eine Bilanz über das Jahr 2019, das sich nicht wesentlich von den vorangegangenen unterschied - mit Ausnahme des unerwarteten Wintereinbruchs.

Wie Schmeide im vollbesetzten Kursaal sagte, sorgen rund 3.135 Männer und Frauen bei der Feuerwehr für Sicherheit. Sie wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 2.645 Mal alarmiert, so oft wie noch nie im Landkreis. Dabei galt es, zu 459 Bränden auszurücken, 1.401 mal wurden Hilfeleistungen gefordert und 485 First-Responder-Einsätze waren zu absolvieren, wobei es auch diesmal wieder zu über 200 Fehlalarmen kam. Als erfreulich wertete Schmeide den Rückgang bei den Brandalarmen um 55, wobei immerhin sieben Großbrände in die Statistik eingingen. 20 Brände waren beim Eintreffen der Wehr bereits gelöscht und 30 Mal mussten die Floriansjünger wieder umkehren, da das Feuer bereits erfolgreich bekämpft worden war. Besonders erwähnte Schmeide zwei Brandalarme, einmal am 30. Januar 2019, als die Wehren in den Ratzenwinkel bei Bad Tölz ausrückten, wobei alle Ortskundigen natürlich sofort an den Zwickerhof dachten, es aber in einem Anbau eines anderes Anwesens brannte. Einzigartig war der Einsatz im Mai in einem Nebengebäude in Wackersberg, in dem sich Bienenstöcke und Gasflaschen befanden. Hier zitierte Schmeide aus dem Bericht der Einsatzleitung: „Brand unter Kontrolle….Bienen erwehren sich der Löscharbeiten.“

Leider gingen nicht immer alle Einsätze glimpflich ab, bei schweren Motorrad- und Autounfällen waren Tote zu beklagen und auch bei Bränden und technischen Hilfeleistungen mussten 19 Tote geborgen werden.

Schmeide gab beim vielfach in anderen Bereichen beklagten Nachwuchsmangel Entwarnung, bei den Feuerwehren liege das Problem eher bei den Führungskräften, denen es eine Reihe von Vorschriften nicht leicht machen, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen. Auch noch nicht abgeschlossen sei die Tetra-Alarmierung, abstimmen muss man sich auch, wie die aktiven Feuerwehrleute künftig an Hemden, Jacken und Helm gekennzeichnet werden. Hier hatte das Innenministerium einen Änderungsvorschlag ausgearbeitet.

„Die Ausrüstung der Feuerwehren in unserem Landkreis ist als gut bis sehr gut zu bewerten“, sagte Schmeide, der auch auf die zahlreichen Übungen zu sprechen kann, für die 100 geschulte Ausbilder zur Verfügung stehen. Neben Einsätzen, Schulungen und Fortbildung haben die Feuerwehren auch eine große gesellschaftliche Bedeutung, wie Schmeide ausführte. So wurde im Januar 2019 die 20. Deutschen Feuerwehrskimeisterschaften in Lenggries ausgerichtet, man nahm am Staatsempfang für die Helfer der Schneekatastrophe in München teil und konnte sich über mehrere Fahrzeug- und Gerätehäusereinweihungen freuen. Mehrere Feuerwehren konnten auch wieder ein rundes Jubiläum zwischen 125 und 145 Jahren feiern. Erfreulich auch, dass Stefan Kießkalt, Kassier im Feuerwehrverband für den Landkreis, von einem finanziellen Plus im Vorjahr berichten konnte, das jedoch im Haushaltsplan 2020 wegen Neuanschaffungen aufgezehrt werden wird. Derzeit haben die Wehren immer noch 39.000 Euro auf der hohen Kante.

Freude über den Zusammenhalt und die gesellschaftliche Bedeutung der Wehren im Landkreis äußerten Landrat Josef Niedermaier als oberster Dienstherr und als Vertreter der gastgebenden Stadt Bad Tölz 2. Bürgermeister Andreas Wiedemann in ihren Grußworten. Beide lobten die aktiven Feuerwehrmänner und -frauen als Vorbilder und stellten weitere finanzielle Unterstützung für Fahrzeuge, Gerätschaften und Gebäude in Aussicht. bo

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