Dritter Landrat Klaus Koch plädiert für Erhalt der Förderschulstandorte in Bad Tölz und Geretsried

„Eine Förderschule ist nur einhäusig möglich“

Geretsried – Noch einmal gab Dritter Landrat und Sprecher der Grünenfraktion im Kreistag, Klaus Koch, dem Vorstoß vom SPD-Kreisrat Benno Lichtenegger in Sachen „Neuausrichtung der Förderschulen im Landkreis“ ein Abfuhr.

Im Kreisausschuss verteidigte Koch, gleichzeitig Leiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums Bad Tölz, seine Position, weshalb der Landkreis bei seinen beiden Schulstandorten Geretsried und Bad Tölz bleiben sollte (wir berichteten). Klaus Koch erläuterte nochmals ausführlich, weshalb nach seiner Meinung Lichteneggers Idee, Förderschüler auch dezentral zu beschulen, in der Praxis nicht funktionieren würde. Zu der Stellungnahme, die Koch bereits schriftlich an Lichtenegger gesandt hatte, bat ihn nun nochmals Landrat Josef Niedermaier (FW) im Rahmen des Kreisausschusses. Denn dort stand das Thema Schulzentrum Bad Tölz – Standortanalyse – auf der Tagesordnung. „Und hierzu passt eben auch der Punkt der Neuausrichtung der Förderschulen“, wie Niedermaier anmerkte. Völlig missinterpretiert befand CSU-Kreisrat Werner Weindl indes Kochs Bewertung von Lichteneggers Position. Denn der SPD-Rat habe nicht empfohlen, Förderschüler quer über den gesamten Landkreis zu beschulen, sondern sehr wohl in angemieteten Räumen in Bad Tölz, Geretsried und womöglich Wolfratshausen. „Denn dann würde man sich eine teure Sanierung der Franz-Marc-Schule sparen“, erinnerte Weindl. Dennoch: Koch manifestierte seine Expertenmeinung, indem er feststellte: „Eine Förderschule ist nur einhäusig möglich.“ Überhaupt sei ein Umzug der Franz-Marc-Förderschule Geretsried in die Karl-Lederer-Schule (dieses Modell ist angedacht für den Fall, dass Geretsried diese Schule zugunsten der Adalbert-Stifter-Schule aufgibt, d.Red.) nicht ohne weiteres möglich. „Denn dort würden maximal ein Drittel der Flächen benötigt.“ Und die inzwischen vorliegenden Sanierungspläne der Franz-Marc-Schule seien bis ins Detail mit der Regierung von Oberbayern abgesprochen, rechtfertigte sich Koch. Verbunden mit dem Umstand, dass auch die Tölzer Realschule unter Raumnot leidet, bestätigte der Kreisausschuss die Standortanalyse zum Tölzer Schulzentrum mitsamt den Zukunftsplänen von Berufsschule, Realschule, Förderzentrum und Jahnschule. Demnach sind für die Realschulerweiterung 4,75 Millionen Euro vorgesehen, für die Berufsschule 2,3 Millionen Euro, verteilt auf die Finanzjahre 2014 und 2015. Thomas Kapfer-Arrington

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