Diesmal ohne großes Zittern

DSV-Kaderlisten für Winter 2021/22 bringen wenig Neues für die heimische Wintersportler

Ski-Freestyler Felix Wagner vom SC Bad Tölz
+
Fit auf der Buckelpiste: der Ski-Freestyler Felix Wagner vom SC Bad Tölz.
  • Ewald Scheitterer
    vonEwald Scheitterer
    schließen

Bad Tölz – Alljährlich geht unter den Ski-Rennläufern im Frühjahr das große Zittern um, wenn die sich Oberen des Deutschen Skiverbands (DSV) zusammensetzen, um die Kadereinteilung für den kommenden Winter vorzunehmen. Zumindest für die Isarwinkler Ski-Elite ging das heuer relativ geräuschlos über die Bühne.

Lediglich der alpine Heilbrunner Klaus Pföderl (SC Lenggries) hatte einige Bedenken, wie er denn wegen der eher durchwachsenen Leistung im zurückliegenden Winter eingestuft werden würde. Viele andere hatten jedoch einen „Verletztenstatus“ und konnten so der Veröffentlichung der neuen Kaderlisten ohne Sorgen entgegensehen.

Der nur fragmentarische Corona-Winter 2020/21 brachte in Sachen Ski-Rennsport nicht nur viele Verschiebungen und Absagen zahlreicher Veranstaltungen, sondern gerade für die Isarwinkler Ski-Rennläufer sogar einige positive Aspekte. Es war nämlich fast gar nicht aufgefallen, dass viele an diversen Verletzungen laborierten und so an den Rennen gar nicht hätten teilnehmen können.

Jetzt sind nahezu alle wieder fit, haben auch teils das Training wieder aufgenommen oder befinden sich zumindest in der Endphase der Wiederherstellung, vor allem nach diversen Kreuzband-Rissen.

So etwa Martina Willibald (SSC Jachenau) bei den alpinen Rennläufern, die mit ihrem PK-Status (Perspektiv-Kader) in sportlicher Hinsicht der DSV-Lehrgangsgruppe (LG) Ia zugeordnet wurde. „Damit gehöre ich wieder zur deutschen Weltcup-Mannschaft“, freut sich die 21-jährige Jachenauerin.

Mittlerweile mit beschwerdefreiem lädierten Knie befindet sie sich bereits im Aufbautraining und rechnet damit, in etwa drei Wochen erstmals wieder auf Schnee gehen zu können: „Darauf freue ich mich schon richtig. Bislang läuft es auch im Trockentraining wirklich überaus gut.“

In derselben Trainingsgruppe

„Alles in Butter. Wir sind sogar ins Europa-Cup-Team aufgestiegen“, vermeldet das alpine Nachwuchs-Trio mit Sophia Zitzmann (SC Gaißach) und den Klein-Schwestern Lara und Lea (SC Lenggries). Die drei Freundinnen haben nicht nur alle drei den Status NK1 (Nachwuchskader) und sind der LG Ib zugeordnet. Sie sind auch alle drei in derselben Trainingsgruppe und unternehmen auch in ihrer Freizeit viel zusammen.

Allerdings ist hier lediglich Lara Klein (20) verletzungsfrei durch den Winter gekommen. Doch nun ist auch Sophia Zitzmann (18) wieder komplett hergestellt. Lea Klein (17), die sich Anfang Januar einen Kreuzband-Riss zuzog, ist ebenfalls auf einem guten Weg der Besserung. Wenn der Heilungsprozess weiterhin so gut fortschreitet, rechnet sie damit, dass sie im Zeitraum August/September wieder mit dem Skifahren beginnen kann.

Neu aufgenommen in den alpinen DSV-Bereich wurde zudem Emily Wörle (SC Bad Tölz). Die 16-Jährige wurde für die Saison 2021/22 dem so genannten Nachwuchs-Leistungszentrum (NLZ) zugeteilt. Zwei männliche Isarwinkler wurden ebenfalls in den neuen alpinen DSV-Kadern gelistet. „Auch bei mir ist alles gleich geblieben. Ich bin wieder in der Europacup-Mannschaft“, schnauft Klaus Pföderl tief durch. Mit dem PK-Status versehen wird er in der LG Ib in die neue Saison gehen: „Für mich ist es jetzt wichtig, verletzungsfrei zu bleiben. Dann kann ich auch weiter versuchen, besser zu werden“, sagt der 23-jährige Technik-Spezialist.

Kreuzband-Riss beim Gletschertraining

Wegen seines Kreuzband-Risses vor ziemlich genau einem Jahr beim Gletschertraining hat sich auch an der Einstufung von Nachwuchs-Rennläufer Kilian Willibald (SC Lenggries) nichts verändert. „Ich trainiere bereits seit Februar wieder auf Schnee“, ist der 17-Jährige zuversichtlich, in seinem offiziell zweiten Jahr auf internationaler Bühne, einen erfolgreicheren Winter 2021/22 absolvieren zu können. Er zählt ebenfalls zum sogenannten NLZ und hier im Nachwuchs-Kader (NK) 2.

Ein großes Fragezeichen steht noch hinter der skifahrerischen Zukunft der Lenggrieser Ski-Crosserin Heidi Zacher. Nach der überlangen sportlichen Pause von über eineinhalb Jahren, Verletzungs- und Corona bedingt, zählt die 33-Jährige zwar weiterhin zur LG Ia, wird dort aber derzeit lediglich mit einem DSV-EK (Ergänzungskader)-Status geführt.

Langlauf, Freestyle und Skispringen

Wenige Veränderungen gibt es auch bei den deutschen Lang­läufern. Der Holzkirchner Lucas Bögl (SC Gaißach) gehört nach wie vor dem Olympiakader (OK) in der LG Ia an. Gleich geblieben ist die Einstufung von Alexandra Danner (SC Lenggries), die weiterhin mit PK-Kader-Status versehen, der LG Ib zugeordnet wurde. „Ich trainiere weiterhin zusammen mit der deutschen Weltcup-Mannschaft.“

Die 21-Jährige startet im kommenden Winter bei internationalen Rennen letztmals bei den U23-Damen.Neu aufgenommen in den DSV-Bereich wurde jetzt die Reichersbeurerin Maria Gatter (SLV Tegernsee). Die 16-jährige Schülerin der Lenggrieser Realschule Hohenburg trainiert und startet nun mit den deutschen LG IIb-Frauen und führt dabei den NK2-Status.

In Sachen Ski-Freestyle hat der 15-jährige Felix Wagner (SC Bad Tölz) in der LG IIa und in dem NK 1 seinen Status behalten. Neu aufgenommen wurde hier die 14-jährige Katharina Michl (SC Bad Tölz). Ebenfalls keine Veränderung gab’s beim Lenggrieser Skispringer Moritz Baer (SF Gmund-Dürnbach). Er zählt weiterhin zur LG Ib mit PK-Status.

Auch interessant

Kommentare