Eingeschränkte Eiszeit

Kulturausschuss stimmt trotz Corona-Auflagen einer Neuauflage der Eiszeit zu

Eisplatz in Wolfratshausen
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Vor einem Jahr verzeichneten die Organisatoren der Eiszeit 7.570 Besucher.

Wolfratshausen –  Zum vierten Mal soll in diesem Winter an der alten Floßlände eine 450 Quadratmeter große Eisfläche aufgebaut werden. Der Jugend- und Kulturausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung trotz erschwerter Bedingungen einer Fortsetzung zu. 

Seit der Wintersaison 2017/2018 entwickelte sich die rund fünfwöchige „Eiszeit“ zu einem Erfolgsmodell. Im vergangenen Jahr kamen immerhin 7.570 Besucher, das Defizit hielt sich in Grenzen. „Diesmal werden wir uns aber in einem anderen Bereich bewegen“, schickte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) voraus. Angesichts der andauernden Corona-Pandemie sei die Wahrscheinlichkeit einer „schwarzen Null“ für diese Veranstaltung sehr gering. Es bestehe ein erhöhter Mehraufwand, da ein notwendiges Hygienekonzept für die Bereiche Einlass und Ausgang, Umziehen und Garderobe sowie Catering und Zuschauerfläche erstellt werden müsse. Zudem sei ein erhöhter Personalbedarf zur Kontrolle dieses Hygienekonzeptes und der zugelassenen Maximalanzahl an Personen auf der Eisfläche und im Zuschauerbereich notwendig.

Hinzu komme die Verarbeitung der personenbezogenen Daten. Jeder Gast muss entsprechend erfasst werden, um bei einer Neuinfektion möglichst schnell agieren zu können. Zusätzlich müsse überlegt werden, wie die Personenanzahl auf dem Eis begrenzt wird. „Eine Eisdisco mit über 400 Personen auf der Eisfläche wird sicherlich nicht mehr möglich sein“, stellte der Bürgermeister klar. Da auch der Glühwein- und Bratwurstverkauf eingeschränkt werden muss, dürfte sich die Suche nach Gastronomen schwierig gestalten. Dennoch sprach sich Heilinglechner für eine Neuauflage der Eiszeit aus. „Man sollte dieses Veranstaltungsformat nicht nur aus der wirtschaftlichen Kostensicht betrachten, denn das Angebot der Eiszeit hat auf der Nutzenseite auch große positive Imageeffekte für die Stadt Wolfratshausen und ermöglicht im Winter Freizeitsport für eine breite Zielgruppe vor Ort“, sagte der Rathauschef.

Dr. Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) gab ihm recht. „Wir sollten die Eiszeit trotz Einbußen fortführen“, sagte er. Jugendreferentin Jennifer Layton (Grüne) erinnerte an die Bedürfnisse der jugendlichen Zielgruppe. „Gerade die Jungen sind Leidtragende der Pandemie, weil bisher so viel abgesagt werden musste“, erklärte sie. Gegen eine Neuauflage stimmte Fritz Meixner: „Wir sprechen uns schweren Herzen dagegen aus“, sagte der SPD-Fraktionssprecher. Als Gründe nannte er den erhöhten Organisationsaufwand und das zu erwartende Defizit.

Fraktionskollege Manfred Menke ergänzte, dass der Schulbetrieb nach einem möglichen Corona-Ausbruch auf dem Eis erheblich beeinträchtigt wäre. Sportreferent Maximilian Schwarz (Bürgervereinigung) teilt diese Bedenken nicht: „Ich habe volles Vertrauen in das Kulturamt, dass wir eine schöne Zeit haben und alle geltenden Infektionsschutzmaßnahmen beachten können“, zeigte er sich zuversichtlich. Am Ende stimmten sechs von zehn Mitgliedern des Kulturausschusses für eine Fortsetzung der Eiszeit. Peter Herrmann

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