Vorbildhaftes Ausrücken

55 Einsätze für die Feuerwehr Lenggries / Unnötige Alarmierungen erhöhen Einsatzzahlen

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Langjährigen Dienste bei der Lenggrieser Wehr würdigten Kommandant Hans Willibald (li.) und Vorstand Sepp Willibald (re.) folgende Mitglieder (v.l.): Georg Mesmer, Josef Demmel und Franz Baumgärtel (alle 40 Jahre aktiv) sowie Hans Schwarzenberger (passiv) für seine nunmehr 60-jährige Treue.

Lenggries – Das oftmals überzogene Anspruchsdenken mancher Bürger klang bei vielen Reden in der 149. Jahres-Hauptversammlung der Lenggrieser Feuerwehr am vergangenen Dreikönigstag immer wieder durch. Nicht zuletzt, weil dadurch die Einsatzzahlen unnötigerweise immer weiter steigen.

„Mit 2.645 Einsätzen landkreisweit haben wir 2019 einen neuen Höchststand erreicht, rund 400 mehr als noch im Vorjahr“, beklagte da auch Kreisbrandrat Alfred Schmeide. „Der typische Fall: Baum auf Straße“, führte da auch Bürgermeister Werner Weindl exemplarisch an. Dafür sei aber nicht die Feuerwehr zuständig. „Bei Kreis-, Staats- und Bundesstraßen ist so ein Fall Sache der jeweiligen Straßenmeistereien.“ Auch habe er bei den heftigen Schneefällen zu Beginn des vergangenen Jahres interessante Erfahrungen mit diversen Hauseigentümern gemacht. „Immer wieder mussten wir da Personen erklären, dass für das Abschaufeln privater Dächer die Feuerwehr nicht zuständig ist und auch nicht kommen wird.“ Als denen dann erklärt wurde, dass sie für diese Aufgabe eine Firma beauftragen müssten, habe er oftmals als Antwort erhalten: „Wenn das was kostet, dann braucht‘s es net.“

Der Rathauschef appellierte so an die Bürger, „dass man die Feuerwehr nicht wegen jedem Schoaß alarmieren müsse.“ Insgesamt stellte der Rathauschef fest, dass im Landkreis bei den damaligen heftigen Schneefällen zwar der Katastrophenfall ausgelöst wurde, „wir sind dabei im Gemeindebereich aber relativ glimpflich davon gekommen.“

Im zurückliegenden Jahr musste die Lenggrieser Wehr neben zahlreichen Übungen zu insgesamt 55 Einsätzen ausrücken, wie Kommandant Hans Willibald in seinem Rechenschaftsbericht mitteilte. Davon entfielen 29 auf technische Hilfeleistungen und 21 auf Brände, meistens Waldbrände. Überaus zufrieden erklärte er, dass die Beteiligung der insgesamt 111 aktiven Mitglieder, darunter drei weibliche, beim Ausrücken, „auch bei den Übungen sehr gut“ gewesen sei. Problematisch sei lediglich die Alarmierung via Handy. „Das funktioniert nicht so zuverlässig.“ So riet er seinen Aktiven: „Wenn ihr die Sirene hört, dann schaut doch beim Feuerwehrhaus vorbei, ob ihr eventuell benötigt werdet.“

Noch in diesem Jahr soll die digitale Alarmierung eingeführt werden. Zudem sollen alle sieben Wehren der Brauneckgemeinde neue zeitgemäße Schutzhelme bekommen. Dabei hatte der Gemeinderat zuletzt in einem Grundsatzbeschluss dem Austausch von etwa 450 Helmen zugestimmt. Dabei wurden zwei unterschiedliche Modelle für Atemschutzträger und für „normale“ Feuerwehrleute ins Auge gefasst. Der Austausch werde die Gemeinde rund 160.000 Euro kosten. Deshalb soll er verteilt auf die kommenden drei Jahre durchgeführt werden. Weindl wünschte der Feuerwehr für das neue Jahr „wenig Einsätze und gute Übungen.“ Ewald Scheitterer

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