Erfolgreiche „Eiszeit“: Jugend- und Kulturausschuss bewilligt Neuauflage

Schlittschuhbilanz: 7.570 Besucher

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7.570 Besucher nutzten in der Saison 2019/2020 die temporäre Eisfläche an der alten Floßlände.

Wolfratshausen – Zum dritten Mal wurde in der Wintersaison 2019/2020 an der alten Floßlände eine 450 Quadratmeter große Eisfläche aufgebaut. Aufgrund des großen Zuspruchs und des überschaubaren Defizits stimmte der Jugend- und Kulturausschuss nun einer Fortsetzung zu.

Eine positive Bilanz präsentierte Kulturmanagement-Leiterin Marlene Schretzenmaier dem Jugend- und Kulturausschuss. So konnte nicht nur der vom Stadtrat zuvor festgesetzte Defizitdeckel von 55.000 Euro deutlich unterboten werden, auch die Besucherandrang war höher als im Vorjahr. So entrichteten 7.570 Menschen ihr Entgelt, um mit Schlittschuhen über die künstliche Eisfläche an der alten Floßlände zu kurven oder sich für das beliebte Eisstockschießen anzumelden. Zum Vergleich: In der Saison 2018/2019 wurden nur 5012 Besucher gezählt, im Premierenjahr waren es immerhin noch 7.034. Den Anstieg erklärt sich Schretzenmaier zum Einen mit den günstigeren Wetterbedingungen. „Wir konnten die Eisfläche nur an einem Tag wegen starken Regens nicht öffnen“, berichtete sie. In den vorherigen Jahren war der Betrieb an vier von 38 Tagen nicht möglich. Zum anderen nahmen Schretzenmaier und ihr Organisationsteam einige Optimierungen vor, um das Wintersportvergnügen noch attraktiver zu machen. 

So wurde die unansehnliche Kälteaggregatmaschine hinter die Eisfläche verlagert und damit die Zuschauerbühne im Cateringbereich erweitert. Dort versorgten Robert Rupp und seine Helfer die Besucher mit heißen Getränken, Bratwürsten, Maroni und Waffeln. Der Catering-Leiter schaffte es mit seinem freundlichen Wesen zudem, dass sich auch viele sportlich nicht aktive Gäste um die Feuerstelle scharten. „Er sah sich nicht als Gastronom, sondern Gastgeber“, lobte Schretzenmaier. Für die Pflege des Eises sorgte erstmals ein Eismeister, der oft auch nachts anwesend war. Dank dieses Engagements war die Fläche schon am Morgen für die Nutzung von Schulkindern perfekt aufbereitet. Einige von ihnen beteiligten sich auch an der vom Kinder- und Jugendförderverein veranstalteten Eisdisco am 8. Dezember. Dieser Samstagabend war mit 626 Gästen auch der besucherstärkste. Dicht dahinter folgte der 29. Dezember mit 541 Nutzern. Dank gestiegener Eintrittserlöse und Sponsoreneinnahmen ergab sich summa summarum ein überschaubares Defizit von rund 36.700 Euro. Im Premierenjahr 2017 betrug das Minus fast 60.000 Euro.

In der anschließenden Debatte lobten die Gremiumsmitglieder ausschließlich das erfolgreiche Veranstaltungsformat, äußerten aber auch Klimaschutzbedenken. „Die Eiszeit war wieder ein Highlight für Wolfratshausen“, lobte Alfred Fraas (CSU). Der Kulturreferent erinnerte jedoch auch daran, dass der Stadtrat vor einigen Monaten den Klimanotstand ausgerufen hat. „Bei einer Kunststoffbahn würde man sich die Stromkosten sparen“, gab er zu bedenken. Dr. Hans Schmidt (Bündnis 90/Grüne) stieß ins selbe Horn. „Wir müssen diesen hohen Stromverbrauch irgendwie kompensieren“, sagte er. Schretzenmaier war auf diese Bedenken vorbereitet und hatte sich vor der Sitzung mit den Betreibern der Kunststoffeisfläche in Erding in Verbindung gesetzt. Ihr Fazit: „Ich habe mehr Nachteile gefunden“. So verursache die Kunststofffläche einen starken Abrieb, Mikroplastik könnte in die vorbeifließende Loisach geraten.

Zudem sei die Verschmutzung der Fläche höher. „Damit werden wir unsere Besucherzahlen definitiv nicht erhöhen“, prognostizierte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Am Ende entschied sich der Kulturausschuss einstimmig für eine vierte Auflage der Eiszeit im kommenden Winter. Schretzenmaier atmete auf. „Das schreit einfach nach einer Wiederholung“, begrüßte sie den Beschluss.Peter Herrmann

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