1. dasgelbeblatt-de
  2. Lokales
  3. Bad Tölz - Wolfratshausen

Endgültiges Aus für Surfwelle: Wolfratshauser Stadtrat beschließt Rückabwicklung des Millionenprojekts

Erstellt:

Von: Peter Herrmann

Kommentare

Der Standort „am Loisacharm“ in Wolfratshausen vor der Weidachmühle.
Hier hätte die Welle entstehen sollen: Neun Jahre lang kämpfte der Verein „Surfing Wolfratshausen“ für den Standort am Loisacharm vor der Weidachmühle. ©  Peter Herrmann

Wolfratshausen – Jüngst entschied man in der Wolfratshauser Stadtratssitzung die Rückabwicklung des Surfwelle-Projekts.

Die Entscheidung kam nicht überraschend: Bereits im Februar verweigerte der Stadtrat aufgrund einer weiteren Kostensteigerung die Zustimmung für die Errichtung einer künstlichen Surfwelle in Weidach. Dennoch gab es kurz darauf den Vorschlag, wie Geld eingespart werden könnte. Vergeblich. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde einstimmig die Rückabwicklung des Projekts beschlossen.

Damit sind alle Beschlüsse aufgehoben, die seit 2013 zur Realisierung der Surfwelle gefasst wurden. Geschlossene Verträge haben keine Gültigkeit mehr. 271.000 Euro aus dem europäischen Leader-Förderprogramm müssen zurückgegeben werden. Wie berichtet, gingen die Planer im Frühjahr von Gesamtinvestitionskosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro aus.

„Preisunsicherheiten und Unabwägbarkeiten“

Nach der Ablehnung des Stadtrats, schlug der Hersteller der Stahlkonstruktion eine preiswertere Variante vor: Eine „Single Ramp“ sollte die flexibel einsetzbare und teurere „Modul Ramp“ ersetzen.

Eine erneute europaweite Ausschreibung und eine Umplanung des Projekts würden jedoch einen hohen Zeit-, Personal- und Kostenaufwand bedeuten. „Zudem beeinflussen die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges das Bauvorhaben und führen zu großen Preisunsicherheiten und Unabwägbarkeiten der Lieferfristen“, bedauerte Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Spender können Betrag zurückfordern

Er sehe keinen Sinn mehr, weitere Büros zu beauftragen. Die Stadträte sahen dies genauso, lobten aber das neunjährige Engagement des Vereins „Surfing Wolfratshausen“, der dank Spenden und Crowdfunding-Aktionen etwa 125.000 Euro gesammelt hatte.

Vereinsvorsitzende Stefanie Kastner und ihr Mann Marcus nahmen die Entscheidung gefasst auf. „Die Welle ist schon vor Jahren mit den Verzögerungen gestorben. Billiger wird dadurch nichts“, erklärte Kastner auf Nachfrage. Seine Frau dankte allen ehrenamtlichen Unterstützern. „Ohne euch hätten wir nie so lange durchgehalten. Dass es am Ende nicht gereicht hat, ist sehr schade“, zeigte sie sich enttäuscht.

Spender, die ihren Betrag zurückerstattet haben möchten, können diesen einfordern. Für alle anderen wird der Verein die Nutzung ihrer Spendengelder für Kinder und Jugendliche in Wolfratshausen vorschlagen.

Auch interessant

Kommentare