Leitungskontrolle aus der Luft

Energieversorgung: Bayernwerk-Techniker kontrollieren Hochspannungsmasten 

Ein Hubschrauber beim Kontrollflug
+
Check von oben: Die Hubschrauber-Kontrollflüge kosten dem Energiebetreiber rund 75.000 Euro.
  • Viktoria Gray
    vonViktoria Gray
    schließen

Landkreis/Bad Tölz – Im südwestlichen Netzgebiet hat die Bayernwerk Netz (Bayernwerk) mit der Inspektion von Hochspannungsleitungen im Überflug mit dem Hubschrauber begonnen.

Am vergangenen Donnerstag haben Techniker des Energieversorgers ausgewählte Hochspannungsmasten und Leitungen im Oberland kontrolliert. Zu den Aufgaben im Tagesverlauf zählten auch Kontrollflüger über Bad Tölz.

Check der Betriebsmittel aus einer besseren Perspektive

„Auf mehr als 100 Kilometern Leitungslänge haben Experten des Energienetzbetreibers in der Region aus dem Hubschrauber heraus den Zustand von Leiterseilen, Armaturen, Masten oder Isolatoren in Augenschein genommen“, berichtet Bayernwerk-Pressesprecher Christian Martens. Um den Zustand der verschiedenen Betriebsmittel aus einer besseren Perspektive als vom Boden aus zu kontrollieren, steuert der Pilot den Hubschrauber bis auf wenige Meter an die Hochspannungsleitungen heran. Nach zwei bis drei Stunden landet der Hubschrauber für einen Tank-Stopp, bevor die Kontrollflüge fortgesetzt werden.

Seilschäden frühzeitig dokumentieren

„Bei der Inspektion aus der Luft konzentrieren wir uns auf die Leiter- und Erdseile sowie die verbauten Armaturen zwischen den Masten. So können wir Seilschäden durch Blitzeinschläge erkennen und Auffälligkeiten frühzeitig dokumentieren und zur Reparatur melden“, erklärt Georg Schrank, Teamleiter Freileitungen von der Bayernwerk Netz.

Stromleitungen können in Betrieb bleiben

Ebenso könne aus der Vogelperspektive der ausreichende Sicherheitsabstand von Bäumen und Pflanzen zu den Freileitungen geprüft werden „und die Techniker stellen mit einem Blick fest, ob sich auf den Masten Vogelnester befinden, die den Netzbetrieb stören“, so Schrank weiter. Ein weiterer Vorteil der Hubschrauber-Kontrolle: die Stromleitungen können während der Inspektionen in Betrieb bleiben und müssen nicht abgeschaltet werden.

1.500 Kilometer Leitungen

Die aufwendigen Flug-Kontrollen finden in regelmäßigem Turnus im gesamten Netzgebiet im Wechsel mit örtlichen Begehungen statt. Spätestens alle zwei Jahre wirft ein Techniker vom Boden oder aus der Luft einen Blick auf die technische Ausstattung im 110-kV-Leitungsnetz. „Innerhalb von etwa vier Wochen werden rund 1.500 Kilometer Freileitung beflogen und geprüft“, sagt Martens. Für die Sicherheitsprüfung der Leitungen per Hubschrauber wendet das Bayernwerk rund 75.000 Euro auf.

Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer.  

Auch interessant

Kommentare