Licht-Musik-Mix

Ensemble Octavio interpretiert von Karl Valentin

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Licht-Sound-Mixer: Günter Klügl von NoDesign..

Wolfratshausen – 1933 entstand die Filmfassung von Karl Valentins Sketch „Die Orchesterprobe“. 86 Jahre später inszenierte der Wolfratshauser Lichtkünstler Günter Klügl anlässlich der Kunstmeile eine Neufassung.

Die Lichtinstallationen am Sebastianisteg und im Japanischen Garten fielen den Besuchern der Wolfratshauser Kunstmeile schon während der „Late Night“ am Eröffnungstag positiv auf. Doch auch im nicht-öffentlichen Raum gab es an diesem Tag anspruchsvolle Licht- und Tonkunst zu entdecken. Denn Regisseur Günter Klügl führte im Innenhof seiner „NoDesign Planungs GmbH“ eine eigenwillige Interpretation des berühmten Valentin-Klamauks „Die Orchesterprobe“ auf und wiederholte das Schauspiel eine Woche später. Die Hauptdarsteller Karl Valentin und Liesl Karlstadt waren dabei nicht zu sehen sondern nur zu hören. Zudem projizierte Klügl Schriftzüge an eine Hauswand und ließ sie von alten Fahrradlampen aus den 1930er Jahren beleuchten. Dazu spielte das Ensemble Octavio Melodien des österreichischen Komponisten Johann Schrammel, einen Walzer von Jacques Offenbach und eine Ouvertüre von Franz von Suppé.

Zur Uraufführung des rund 20-minütigen Stücks kamen am Eröffnungstag der Kunstmeile über 200 Besucher. „Wegen Überfüllung mussten wir es an diesem Abend dreimal zeigen“, berichtete Klügl. Eine Woche darauf waren es zwar nicht mehr ganz so viele Neugierige. Lauten Applaus erhielt der Lichtkünstler dennoch. „Nicht nur die Dialoge und die treffend dargestellte Szene faszinieren, sondern auch die Doppelbödigkeit“, erklärte der Regisseur. So könne das Stück auch als satirische Kritik am aufkommenden Nationalsozialismus gesehen werden. Zwar stammt die Urfassung der Orchesterprobe aus dem Jahr 1914, dennoch scheint Valentin in der Filmfassung von 1933 vor den Folgen der Machtergreifung zu waren. „Nichts steht für sich allein und alles hat zwei Seiten: Das können wir von Valentin lernen“, glaubt Klügl. ph

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Die Orchesterprobe ist am Samstag, 5. Oktober, im Innenhof der NoDesign GmbH in Wolfratshausen (Am Bach 8) zu sehen. Einlass ist jeweils um 18 Uhr. Die Aufführung beginnen gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

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