Ergebnisse der Jugendkommunalwahl 

Stimmen der Zukunft: Rund 6.000 verzichten darauf

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Unverbindliche Jugendkommunalwahl: Schüler stimmen für Mehrheit der Grünen im Kreisrat.

Landkreis - Zum ersten Mal hat im Zuge der Kommunalwahlen 2020 in Bayern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit der Jugendkommunalwahl eine Online-Wahl stattgefunden. Die Initiatoren sind trotz geringer Beteiligung zufrieden.

7.255 junge Leute aus dem Landkreis hatten eine Stimme - diese genutzt haben nur 1.135 bei der Jugendkommunalwahl. Die durchschnittliche Gesamt-Wahlbeteiligung lag somit gerade einmal bei knappen 16 Prozent. 

Nüchtern betrachtet wäre wohl mehr drin gewesen: Denn trotz der vielerorts stattgefundenen "Fridays-for-Future"-Bewegungen, an der sich auch immer viele Schüler lautstark skandierend beteiligten, scheinen dennoch viele Jugendlichen kein Interesse daran gehabt zu haben, ihre Stimme bei der digitalen Wahl abzugeben: 6.120 der Stimmberechtigten haben nämlich trotz des Slogans der Initiatoren "weil Deine Stimme die Zukunft ist", darauf verzichtet.  

Verna Peck ist trotzdem zufrieden: „Was auf den ersten Blick etwas niedrig klingt, erweist sich beim genaueren Hinsehen allerdings als durchaus beachtlich. Laut dem externen Anbieter des Online-Wahl-Tools ist diese Beteiligung sehr bemerkenswert“, bilanziert die Kreisjugendpflegerin. Im Schnitt läge laut dem externen Anbieter die Beteiligung bei reinen Online-Jugendparlamentswahlen in der entsprechenden Altersgruppe der zwölf bis 17-Jährigen bei unter zehn Prozent.

Peck freut sich deshalb, da diese Marke überschritten wurde. "Viele haben sich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt - ohne dass der Wahlvorgang durch die Schulen organisiert wurde, wie das bei der klassischen U18-Wahl vielfach der Fall war."

Kreisrat und Bürgermeister in Tölz sind Grün

Den Grünen sprechen die Jugendlichen 24 Sitze im Kreisrat zu, es folgen CSU (14), Freie Wähler (10), SPD (3), ÖDP (3), Bayernpartei (2), FDP, Linke und AfD (je 1). Zudem hätte die Jugend gerne Franz Mayer-Schwendner (Grüne) mit 43,3 Prozent und Ingo Mehner (CSU) mit 26,5 Prozent in die Stichwahl für das Tölzer Bürgermeisteramt geschickt. In Geretsried erreichte Michael Müller (CSU) 48,3 Prozent gefolgt von der Grünen-Bürgermeisterkandidatin Martina Rasche (34,5 Prozent).

„Mir ist es wichtig, dass wir mit unserem Projekt Jugendkommunalwahl einen bildungspolitischen Meilenstein gesetzt haben", betont Peck. Dafür haben folgende Institutionen zusammengearbeitet: Kreisjugendring, Jugendbildungsstätte Königsdorf, Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried, Kinder- und Jugendförderverein Wolfratshausen, Tölzer Jugendförderung, Evangelischen Jugend im Dekanat Bad Tölz, Katholischen Jugendstelle sowie die Kreisjugendpflege. 

"Aber vor allem auch die Jugendbeauftragten der Kommunen, die Gemeindeverwaltungen und die weiterführenden Schulen haben einen großen Teil zum Gelingen dieses Vorhabens beigetragen", sagt Peck. "Festzuhalten ist, dass die Jugendkommunalwahl gut funktioniert hat und alle Vorhaben im Vorfeld einwandfrei durchgeführt wurden." Die Stimmen zur Landratswahl stehen noch aus, da es hierbei zur Stichwahl kommt. Sowie die der Bürgermeisterkandidaten aus Icking, Lenggries und Wolfratshausen. Diese Ergebnisse werden erst am 30. März, um 18 Uhr veröffentlicht.

Alle Ergebnisse können Online eingesehen werden auf www.kjr-toel.de. dwe

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