Erster Corona-Fall im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

50-Jähriger Mann steckt sich bei Auslandsaufenthalt an

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Im Landkreis angekommen: Das Coronavirus wurde nun bei einem 50-Jährigen bestätigt. Das Gesundheitsamt zu den allgemeinen Hygienemaßnahmen.

Landkreis – Nun gibt es auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen einen ersten bestätigten Fall eines mit dem Coronavirus Infizierten: Ein allein lebender 50-jähriger Mann hatte sich bei einem Auslandsaufenthalt angesteckt. Den genauen Wohnort wollte die Kreisbehörde nicht nennen.

Wie das Landratsamt informiert, zeigte der Patient aktuell keine Symptome und bleibt in häuslicher Quarantäne. Der Mann hatte sich bei einem Auslandsaufenthalt angesteckt und war noch während der Heimfahrt darüber informiert worden, Kontakt mit einer infizierten Person gehabt zu haben. Darauf begab er sich direkt selbst in Quarantäne, so dass er ab dem Abreisezeitpunkt keinen Kontakt zu einer anderen Person hatte – auch nicht im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

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In Anbetracht des ersten Falles sagte Landrat Josef Niedermaier: „Wir waren lange verschont, doch nach der immensen Zunahme der Fälle in den vergangenen Tagen, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Virus auch unseren Landkreis erreicht. Wir sind jedoch gut vorbereitet und agieren mit Bedacht.“

Dr. Stephan Gebrande, Leiter des Gesundheitsamtes, ruft wie schon in den vergangenen Tagen die Menschen dazu auf, insbesondere auf Hand-, Hust- und Nieshygiene zu achten.Momentan wird die sogenannte Eindämmungsstrategie verfolgt. Das heißt, der öffentliche Gesundheitsdienst verfolgt das Ziel, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch soweit wie möglich zu verhindern. Der Fokus richtet sich nun aber auch darauf, insbesondere Personen zu schützen, die ein Risiko für schwere Krankheitsverläufe aufweisen.

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Auch verschiedene Grunderkrankungen wie etwa Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen. Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf höher als wenn nur ein Faktor vorliegt (Alter oder Grunderkrankung); wenn mehrere Grunderkrankungen vorliegen (Multimorbidität) dürfte das Risiko höher sein als bei nur einer Grunderkrankung. Für Patienten mit unterdrücktem Immunsystem (etwa aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, oder wegen Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, wie beispielsweise Cortison) besteht ein höheres Risiko.

Deshalb gilt gerade für diese Risikogruppen

Neben den allgemeinen Verhaltensregeln (Hände waschen, Abstand halten zu Erkrankten) sollten sie vor allem weitere Maßnahmen der Kontaktreduktion ergreifen.

Wichtig ist auch eine aktive Information über das Krankheitsbild, die bei der frühzeitigen Selbsterkennung von Symptomen helfen kann.

Erkrankte sollten rasch Kontakt zur Hausarztpraxis aufnehmen, insbesondere wenn in der näheren Umgebung (z.B. im privaten oder beruflichen Umfeld) Fälle von COVID-19 bekannt werden.

Wichtig sei laut dem Gesundheitsamt aber auch vor allem, dass Erkrankte oder Personen, die aus Risikogebieten kommen oder Kontakt zu sicher diagnostizierten Coronafällen hatten, Menschen, für die eine Ansteckung gefährlich werden kann, für mindestens 14 Tage meiden. Landrat Josef Niedermeier dazu: „Hier kann ich nur an die Verantwortung und Solidarität jedes einzelnen appellieren.“ Nach derzeitigen Erkenntnissen, sind unter 20-Jährige mit 2,4 Prozent Anteil an den nachgewiesenen Infizierten kaum betroffen. Auch Schwangere scheinen kein erhöhtes Erkrankungsrisiko zu haben.

Das Gesundheitsamt wird sich mit einem eigenen Schreiben an die Pflegeheime und Rehabilitationseinrichtungen wenden, um Hilfestellung beim Schutz der gefährdeten Personengruppen zu leisten, so die Kreisbehörde. tka

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