Kostenerhöhung: 60 Millionen Euro

Erweiterung und Sanierung der Hammerschmiedschule auf dem Prüfstand

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Teures Großprojekt: Die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule kommt laut Schätzungen von Planern auf rund 60 Millionen Euro. Nun müssen Einsparungsmöglichkeiten gefunden werden.

Wolfratshausen – Bereits im November wurden den Stadträten in einer nicht-öffentlichen Sitzung mitgeteilt, dass sich die Baukosten für die geplante Erweiterung und Sanierung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg von den ursprünglich geschätzten 30 Millionen auf 60 Millionen Euro verdoppeln. Deshalb musste die Beschlussfassung in der nun folgenden Sondersitzung aufgeschoben werden.

„Dieses Budget ist für unseren Haushalt derzeit nicht darstellbar“, erklärte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Zur Kostenexplosion führten neben der regulären Preissteigerung nach Baukostenindex seit der Machbarkeitsstudie von 2018 auch die Flächenmehrung durch den geplanten Aula-Neubau, die Interims-Containeranlage, die Tiefgarage, die schlechten Baugrund- und Grundwasserverhältnisse sowie der Zuschlag einer Kostenreserve von zehn Prozent.

Das mit der Planung beauftragte Büro „karlundp“ hatte deshalb vorgeschlagen, auf die Tiefgarage, das Lehrschwimmbad und die neue Aula zu verzichten sowie zwei weitere Baumodule zu verkleinern. Doch auch für diese abgespeckte Lösung müssten rund 43 Millionen Euro investiert werden. Die Fraktionssprecher einigten sich deshalb darauf, auf einen Beschluss zu verzichten und stattdessen im Februar gemeinsam mit Planern, dem Kämmerer sowie den Rektoren der Hammerschmiedschule und der Grund- und Mittelschule in Waldram über das weitere Vorgehen zu beraten. „Überstürzt so ein Investitionsvolumen loszutreten, ist nicht sinnvoll“, erklärte Heilinglechner den Aufschub. SPD-Stadtrat und Schulentwicklungsreferent Fritz Meixner zeigte sich zwar enttäuscht, konnte die Vertagung aber nachvollziehen. „Ich hätte heute gerne einen wegweisenden Beschluss für die Schule der Zukunft gefasst, aber das ist leider nicht möglich. Nun müssen wir noch eine Schleife drehen“, bedauerte er.

Meixner warnte dabei auch vor teuren Übergangslösungen. Der Rektor der Grund- und Mittelschule, Frank Schwesig, gab ihm recht. „Wir müssen so schnell wie möglich eine Lösung finden“, forderte er. Der Rektor wünscht sich, dass man den Bau in drei Phasen unterteilt und Interims-Container vermeidet. Stadträtin Dr. Ulrike Krischke wollte die vorliegenden Pläne dennoch nicht verurteilen: „Das ist ein schlüssiges Gesamtkonzept. Viele Eltern haben den Wunsch, dass ihre Kinder länger betreut werden“, erklärte sie. Dennoch sah auch sie ein, dass die zu erwartenden Gesamtbaukosten trotz der in Aussicht gestellten staatlichen Förderung von 59 Prozent derzeit nicht realisierbar sei.

Peter Herrmann

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