Wolfratshauser Liste will in den Stadtrat

Ex-Bürgermeister Helmut Forster übernimmt Vorsitz

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Unzufrieden mit der derzeitigen Stadtpolitik (v. l.): Swantje Suthmann, Hermann Paetzmann, Dr. Manfred Fleischer, Sibylle Steckermaier, Helmut Forster, Lisa Herold und Richard Kugler.

Wolfratshausen – Neben CSU, SPD, Bürgervereinigung, den Grünen und der FDP bewerben sich nun auch Kandidaten der neu gegründeten Wolfratshauser Liste um Stadtratsmandate. Mit Helmut Forster, Dr. Manfred Fleischer und Richard Kugler haben sich drei noch amtierende Stadträte der Gruppierung angeschlossen.

„Es gab nur zwei Optionen für mich: aufhören oder weitermachen“, erklärte Helmut Forster bei einem Pressegespräch im Restaurant Musto’s. Der ehemalige Bürgermeister hatte sich in den vergangenen Monaten mit seinem Nachfolger Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) überworfen. „Ich habe gemerkt, dass wir einfach nicht mehr miteinander arbeiten können“, bedauert Forster. Dennoch bleibt er Mitglied der Bürgervereinigung.

Auch Dr. Manfred Fleischer denkt nicht daran, aus der CSU auszutreten. Dennoch sehen die beiden Handlungsbedarf. „Was derzeit in der Stadtpolitik abläuft, können wir nicht mehr mittragen: Es muss mehr getan werden“, fordert Forster. Er betonte, dass es für die Kandidaten der Wolfratshauser Liste weder Rede- noch Denkverbote gebe.

„Wir brauchen im Stadtrat kritische Stimmen, die das Handeln mit klarem Menschenverstand beurteilen“, ergänzte Hermann Paetzmann. Der Inhaber einer Druckerei gehört ebenso wie Richard Kugler – derzeit parteifrei für die CSU im Stadtrat vertreten – zu den schärfsten Kritikern der künstlichen Surfwelle, die an einem Loisacharm in Weidach entstehen soll.

Sibylle Steckermaier geht es da nicht anders. „Es wäre besser, in Wolfratshausen mehr Schwimmmöglichkeiten für Kinder zu schaffen“, betonte sie. Swantje Suthmann sieht die drei „alten Hasen“ Kugler, Fleischer und Forster zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Ich will nicht, dass sie im Stadtrat aussortiert werden: Ihre Erfahrung ist wichtig“, erklärte sie. Fleischer will sich vor allem für den Bau einer neuen Dreifachturnhalle einsetzen. Die Planungskosten für das Projekt müssten unbedingt in den aktuellen Haushalt eingestellt werden.

Kugler kritisiert offen das Vorgehen der Stadt beim Abriss des Isar-Kaufhauses, das derzeit aufgrund eines Baustopps nicht zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut werden kann. „Ich habe immer dazu geraten, dass die Stadt die beiden danebenliegenden Häuser kaufen soll. Dann wäre uns das jetzige Desaster erspart geblieben“, glaubt Kugler.

Als weiteren Themenschwerpunkt kündigten Forster und Fleischer die Schaffung von Parkplätzen in der Innenstadt an. Das komplette Wahlprogramm soll in den nächsten Wochen präsentiert werden. Zudem soll bis Mitte Dezember eine Stadtratsliste mit möglichst vielen Kandidaten erstellt und im Rathaus ausgelegt werden. „Wir werden auch sicher einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen“, kündigte Fleischer an. Für die Zulassung der Gruppierung, die in der Kurzfassung Liste WOR heißen wird, müssen nach der Wahlbekanntmachung 180 wahlberechtigte Wolfratshauser Bürger unterschreiben.

Peter Herrmann

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