Exkursion: Mängelliste und Wunschkonzert

Realschul-Rektorin Barbara Lottner (Bild oben, l.) führte durch ihre Schule und zeigte den Kreisräten die neue Chemie-Ablüftung.

Kaputte Fenster, zu wenig Klassenzimmer, zu enge Pausenhallen und teils mangelnde Ausstattung. Ernüchternd nahmen die Mitglieder des Bauausschusses des Kreistags bei einem Rundgang die aktuelle Situation an Förderschule und Realschule Bad Tölz zur Kenntnis.

Insbesondere die Realschule leidet weiter unter Raumnot, immer noch sind die Container in Benutzung, obwohl sie stets als Interimsgebäude gedacht waren. Rektorin Barbara Lottner führte die Kreispolitiker bei dem Rundgang zu der Containeranlage – und musste nicht mehr lange auf das Kernproblem im Schulalltag verweisen: Die Wege sind lang, wertvolle Zeit verstreicht beim Gang zum Klassenzimmer. Not macht aber bekanntlich erfinderisch, weshalb Lottner längst auf ein Fachraumsystem setzt. Dabei steht den Lehrern ein fester Raum zur Verfügung: Pädagogen müssen nicht mehr Material von einer Klasse zur nächsten schleppen. Einher geht ein Doppelstunden-Prinzip, so dass Schülerströme vorwiegend in den Pausen auftreten. Dieser Raumpolitik ist es zu danken, dass eine viel bessere Auslastung zustande kommt. Die liege laut Lottner bei rund 80 Prozent. Die Container versuche man hauptsächlich als Schulaufgabenräume zu verwenden. Lottner zeigte den Kreispolitikern weitere Defizite auf. Das sind vor allem veraltete Fenster, die aufgrund ausgeschlagener Scharniere nicht mehr zu öffnen sind. Aber auch der fehlende Biologieraum. „Wir haben ein normales Klassenzimmer dazu umgestaltet“, sagte Lottner und führte in dieses Provisorium. Auch die Schulaula ist zu klein – die Decke ist schlicht zu niedrig. Ein weiterer Mangel: Die Bodenbeläge. Die sind inzwischen derart in die Jahre gekommen, dass eine übliche Grundreinigung gar nicht mehr möglich ist. Zum Schmuckkästchen mutiert ist indes die „Ebene 4“, wenn auch notgedrungen. Denn bekanntlich wurde hier eine Sanierung nötig, nachdem Quecksilber über Jahre freigesetzt wurde. Den Umstand, dass ein Knaben-WC wohl für immer geschlossen bleibt (das Schwermetall hat sich in Abflussrohren festgefressen, d.Red), kann Lottner angesichts der nun neu gestalteten Physikräume verkraften. Verbesserungen kann sie sich von der Erweiterung der Verwaltungsräume kurz vor und während der Sommerferien erhoffen. Letzte Punkte auf ihrer „Wunschliste“: Ein Elternsprech- sowie ein Sanitätszimmer. Auf Kante genäht ist indes auch die Raumsituation in der benachbarten Förderschule. Schulleiter Klaus Haubner führte hier durch die Räume, die acht Jahre nach der Sanierung aufgrund einer PCB-Belastung einen guten Eindruck machen. Was aussteht, ist nach wie vor eine energetische Sanierung, offenkundig wird dies an porösen Fensterdichtungen. Nachdem die Förderschule die Aufstockung abgegeben hat, ist die Schule mit zehn Klassen und 135 Schülern sowie einer ausgelagerten Schulvorbereitenden Einrichtung überfüllt. Ob diese Schulform angesichts der forcierten Inklusion lernschwacher Schüler Zukunft haben wird, wollte CSU-Kreisrat Karl Murböck wissen. Für Haubner gibt es daran aber nichts zu rütteln: „Regelschulen kommen mit unserem Klientel nicht zurecht.“ Haubner äußerte schließlich ebenfalls Wünsche: Eine neue Turnhalle, ein Pausenhof ohne Pfützen und eine intakte Außenfluchttreppe.

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