Mehr Angebote im Nahverkehr

FDP-Kreisverband fordert Schnellbuslinien und einheitliches Tarifsystem

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Mehr Schnellbusse zwischen Bad Tölz und Wolfratshausen wünscht sich die FDP – und dazu ein einheitliches Tarifsystem fordern der FDP-Kreisvorsitzende Fritz Haugg (l.) und der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen Oberbayern Simon Roloff.

Königsdorf/Wiesen – Über Möglichkeiten zum Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) diskutierte der FDP-Kreisverband jüngst im Restaurant am Bibisee.

War es Zufall oder Absicht? Zu einer Diskussion über den Öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum hat der Kreisverband der FDP am Dienstagabend ausgerechnet in ein Restaurant am Bibisee eingeladen. Wer nicht mit dem Auto dort hinfahren wollte und den Bus als Transportmittel wählte, kam zwar pünktlich an, musste aber nach der Veranstaltung einen der rund 20 Besucher um eine Mitfahrgelegenheit in eine der umliegenden Orte bitten. Tyll-Patrick Albrecht, stellvertretender Vorsitzender von Pro Bahn Oberbayern, kennt diese Situationen und will sie nicht länger hinnehmen. „Wir müssen den Menschen mehr Angebote machen und ihnen die Wahl lassen, ob sie lieber mit dem Auto oder Bahn fahren wollen“, forderte der Schongauer. Er verwies auf den Vorbildcharakter der Schweiz, in der es auch in entlegenen Orten deutlich mehr Bus-und-Bahn-Anbindungen gibt. Dabei wäre es seiner Ansicht nach hilfreich, wenn der Bus- und Bahnverkehr von einer statt mehreren Organisationen koordiniert werden würde.

So verteilt die Bayerische Eisenbahngesellschaft ihre Kompetenzen derzeit an sieben Bezirksorganisationen. „Einheitliche Tarifzonen würden vieles erleichtern“, glaubt auch FDP-Kreisvorsitzender Fritz Haugg. Der Geretsrieder Kreisrat Günther Fuhrmann forderte zudem, dass die Verbindungslinie Wolfratshausen – Geretsried – Bad Tölz mit noch mehr Schnellbussen ausgestattet wird. Den Einwand eines Gastes, dass an Nachmittagen oder Feiertagen die Busse oft nur schwach besetzt sind, lässt Albrecht nicht gelten. „Leider dauert es oft über ein Jahr, bis die Menschen bereit sind, aufs Auto zu verzichten, und neue Angebote annehmen“, weiß der Verkehrsexperte. Gabriele Mayer aus Wolfratshausen hält Schnellbuslinien für eine sinnvolle Übergangslösung, bevor die Erweiterung der S-Bahn von Wolfratshausen nach Geretsried vollzogen ist. „Das wäre vielleicht auch langfristig eine kostengünstigere Lösung als die S-Bahn“, glaubt Mayer. 

Albrecht verwies darauf, dass Busse in puncto Umweltverträglichkeit gegenüber der Bahn aber deutliche Defizite haben. Die derzeitigen Klimaschutzproteste von jungen Menschen könnten den Bahnbefürwortern zusätzlichen Rückenwind geben. „Greta Thunberg ist unsere beste Marketingbeauftragte“, würdigte Albrecht die schwedische Umweltaktivistin. Die Wünsche der jungen Generation stellte Simon Roloff in einem abschließenden Kurzvortrag dar. Der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen Oberbayern forderte durchgängige WLAN-Anschlüsse im ÖPNV, ein 365-Euro-Jahres-Ticket für Schüler und Auszubildende, sowie vergünstigte Fahrpreise für Senioren.Peter Herrmann

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