Markige Sprüche trotz Umfragetief

FDP-Landtagsfraktionsvorsitzender Martin Hagen glaubt an den Aufschwung

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Lässt sich von Rückschlägen nicht entmutigen: der Fraktionsvorsitzende der FDP im bayerischen Landtag Martin Hagen (l.).Foto: Herrmann

Wolfratshausen – Nachdem sich der Thüringer FDP-Landtagsabgeordnete Thomas Kemmerich im Februar mit Stimmen der AfD und der CDU zum Ministerpräsidenten wählen ließ, sanken die Umfragewerte der FDP enorm. Bei einem Vortragsabend in der Wirtschaft Flößerei blickte der Vorsitzende der FDP im bayerischen Landtag Martin Hagen dennoch optimistisch auf die am 15. März anstehenden Kommunalwahlen.

„Gehen Sie raus und lassen Sie es krachen“, empfahl der 39-Jährige den 14 erschienenen Parteifreunden. In seinem rund 40-minütigemVortrag über das „Bayern von morgen“ kritisierte er vor allem die Verzögerungen bei der Digitalisierung des Freistaats. „Es kann nicht sein, dass man nur drei Kilometer von Wolfratshausen entfernt kein Handy-Netz mehr hat“, erklärte Hagen. Das Digitalministerium bezeichnete der Vater von zwei Töchtern als „Feigenblatt“ der Staatsregierung. Zudem warnte der in Italien geborene FDP-Politiker vor einer „Deglobalisierung“ und forderte zudem den Zuzug von ausländischen Fachkräften. „Bayern ist ein Einwanderungsland: Wir brauchen Migration“, forderte Hagen. In puncto Klimaschutz warnte der bekennende Fan des Fußballdrittligisten TSV München 1860 vor einem frühen gesetzlichen Kohleausstieg und einer CO2-Steuer. Sinnvoller hält er eine Ausweitung des EU-Emissonshandels. „Dieses Instrument sorgt für eine garantierte CO2-Reduktion – und das zu den geringstmöglichen Kosten“, glaubt Hagen.

Vor dem Vortrag des FDP-Landtagsabgeordneten warben die Kreistags- und Stadtratskandidaten mit klaren Ansagen für ihre Ziele. So positionierte sich der Wolfratshauser IT-Manager Dr. Patrick Lechner klar für den Bau einer künstlichen Surfwelle in Weidach sowie einer neuen Dreifachturnhalle. Der momentan einzige Geretsrieder FDP-Stadt- und Kreisrat Günther Fuhrmann erneuerte seine Kritik an der „autoritären Gesprächsführung und Ignoranz“ des Geretsrieder CSU-Bürgermeisters Michael Müller. Die zahlreichen Aus- und Einfahrten der Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz seien „ganz nahe an einem Schildbürgerstreich“. Der Geretsrieder FDP-Bürgermeisterkandidat Larry Terwey nahm die Steilvorlagen Fuhrmanns gerne auf. „Wir haben eine Demokratur in Geretsried: Das gefällt mir gar nicht“, sagte der 54-jährige. Auch zu seinen familiären amerikanischen Wurzeln bekannte sich der leitende IT-Angestellte. „Ich entscheide auch mal, ohne vorher alle Fakten zu kennen“, räumte er ein. Hagen und Lechner bezeichneten Terwey abschließend unisono als künftigen Geretsrieder Bürgermeister. Peter Herrmann

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