„Wohngebiete dürfen nicht leiden“

FDP-Stadtrat Günther Fuhrmann fordert Gesamtverkehrsplan für Gartenberg

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Eine Verkehrszunahme befürchtet FDP-Stadtrat Günther Fuhrmann im Zuge der „Neuen Mitte“.

Geretsried – FDP-Stadtrat Günther Fuhrmann ist in Sorge: Durch das starke Wachstum der Stadt und vor allem die Verdichtung der „Neuen Mitte“ wird sich der Verkehr in den umliegenden Wohngebieten massiv verändern. Deshalb fordert er nun mit einem Antrag die Erstellung eines „Gesamtverkehrsplanes für Gartenberg“.

„Eine Stadtentwicklung besteht nicht nur aus Hoch- und Tiefbau, sondern muss auch an die vorhandene Infrastruktur angepasst werden“, betont Fuhrmann. Die technische und soziale Infrastruktur müsse rechtzeitig und ganzheitlich geplant und wenn nötig erweitert werden.

Eine verkehrsberuhigte „Neue Mitte“ sei vorstellbar, aber die umliegenden Wohngebiete und die vorhandene Verkehrsstruktur in Gartenberg und darüber hinaus „dürfen nicht darunter leiden“, warnt der Stadtrat. Die Verkehrsplanung müsse die veränderte, und die sich noch verändernde Mobilität berücksichtigen. Während bislang hauptsächlich der Kfz-Verkehr zur Diskussion stehe, werde in Sachen Reduzierung des Individualverkehrs der Radfahrer, Fußgänger, ältere Menschen, Kinder, Behinderte und neuerdings auch an E-Roller eher vergessen. Dabei müssten diese komplexen Veränderungen der Zukunft in Geretsried im Zusammenhang betrachtet werden. Fuhrmann nennt hier die Schlagworte „Mobilitäts-, Energie- und Verkehrswende“. „Damit sind alle Verkehrsteilnehmer auch unter dem Aspekt der Barrierefreiheit einzubeziehen.“

Fuhrmann zufolge enthält die von Architekt Kehrbaum in der Juni-Stadtratssitzung vorgestellte „Entwicklungsplanung der Egerlandstraße“ 115 umfangreiche Verkehrsplanungen, vom Minikreisverkehr bis hin zur Einbahnstraße Fasanenweg. Das habe Auswirkungen auf große Teile von Gartenberg, sei aber noch nicht ausreichend berücksichtigt. Konkret spricht Fuhrmann etwa Ein- und Ausfahrten der Tiefgaragen an. Die im Kreuzungsbereich Fasanenweg/Egerlandstraße liege viel zu nah an der Einmündung Fasanenweg, nämlich nur fünf Meter entfernt von der Fahrbahn des geplanten Kreisverkehrs. Fuhrmann prophezeit eine Überbelastung des Kreisel – bei vorhergesagten 1.500 Fahrzeugen pro Tag vom Karl-Lederer-Platz und 3.000 Kraftfahrzeugen durch die Wohnbebauung an der Egerlandstraße.

Die Veränderung der bisherigen Funktion der Hauptdurchfahrtsstraße Egerlandstraße verursacht zudem eine Mehrbelastung für die Anwohner in der Böhmerwaldstraße. „Diese Maßnahme macht die Böhmerwaldstraße zu einer Hauptverkehrsader in Gartenberg. Dies wurde bisher verkehrstechnisch noch nicht bewertet“, so Fuhrmann. Dabei sei diese Straße von der Einmündung Egerlandstraße bis zur Höhe Sperlingstraße doch eine reine Wohnstraße.

Die Tiefgarage Nord stehe verkehrstechnisch im Konflikt mit den Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage von „Betreutes Wohnen und der Liefereinfahrt Einzelhandel bei der Baugenossenschaft“, zwei „quer­ungsintensive Bereiche“.

Und da die „Neue Mitte“ künftig tendenziell von Verkehrsteilnehmern umfahren werden dürfte, würde den B11-Anschlüssen eine höhere Bedeutung zukommen. „Dort ist mit weiteren erhöhten Verkehrsbelastungen und Rückstaus zu rechnen“, so Fuhrmann. Dabei würde gerade im Bereich der Jahnstraße durch das Interkommunale Hallenbad sowie dem Eisstadion und den Schulen der Verkehr eher steigen. Wie auch der Schwerlastverkehr im Zuge der Entwicklung des Lorenz-Areals in den Jahren 2020-2025. Und dann müsste freilich auch der Öffentliche Personennahverkehr Nahverkehr angepasst werden.

Fuhrmann rechnet damit, dass nach Fertigstellung aller Baumaßnahmen bis 2030 weit über 30.000 Menschen in Geretsried leben würden. „Städte ohne ein leistungsfähiges Gesamtverkehrssystem sind nicht funktions- und lebensfähig aber auch nicht attraktiv und nicht nachhaltig.“ Schon deshalb solle der Stadtrat dem Antrag „Erstellung eines Gesamtverkehrsplanes für Gartenberg“ zustimmen, appelliert der FDP-Politiker an seine Ratskollegen. Thomas Kapfer-Arrington

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