Teurer Wohnraum hilft nicht

Festlegung zum Sanierungsgebiet Badeteil soll bis Ende 2019 stehen

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Glasbalkone, wie an diesem Neubau an der Höckhstraße, haben in Zukunft wohl keine Chance mehr im Tölzer Badeteil.

Bad Tölz – Für etliche Schlagzeilen sorgte in der jüngeren Vergangenheit das Tölzer Badeteil – vor allem wegen der vergangenen und der zukünftigen Bautätigkeit. Ganz konkret geht es zum einen über Vorhaben von Sanatoriums- und Hotelbetreibern, die ihre Betriebe aufgeben wollen und Wohnbebauung anstreben, zum anderen aber auch über bereits begonnene Bauvorhaben, wie beim ehemaligen Hotel Alexandra (wir berichteten). Zum Ärger der jeweiligen Bauwerber hat die Stadt aktuell alle Vorhaben mit dem Verweis auf die vorbereitenden Untersuchungen (VU) zur Festlegung des Sanierungsgebietes Badeteil abgeblockt.

In der jüngsten Stadtratssitzung gab Bauamtsleiter Christian Fürstberger einen Sachstandsbericht, wobei er eine gute und eine schlechte Nachricht verbreitete. Die schlechte, die Stadt ist schon rein personell nicht in der Lage, die Sanierungssatzung auf die Schnelle zu erstellen, die gute, die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Badeteil soll bis Ende des Jahres 2019 erfolgen.

Wie Fürstberger vor den Stadträten sagte, wurde von 2015 bis 2017 wurde ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet. Die Weiterentwicklung des Badeteils in Bad Tölz ist darin einer der wesentlichen Punkte. Fürstberger: „Bevor ein Sanierungsgebiet definiert wird, sind allgemein vorbereitende Untersuchungen notwendig. Damit wird ermittelt, welche Steuerungselemente im Rahmen des Baugesetzbuches für eine zukunftsorientierte Entwicklung des Quartiers unter Berücksichtigung der allgemeinen städtebaulichen Zielsetzungen möglich und zielführend sind. Größe und Gebiet, in denen die vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt werden, müssen am Schluss nicht dem endgültigen Sanierungsgebiet entsprechen.“

Vor der förmlichen Festlegung eines Sanierungsgebietes ist die Durchführung einer „Vorbereitenden Untersuchung“ (VU) vorgeschrieben. Der Beschluss zur VU für das Badeteil erfolgte in der Sitzung vom 30. Januar 2018. Ab diesem Zeitpunkt konnten auch „Zurückstellungen von Baugesuchen“ erfolgen. Als Schwerpunkte der Vorbereitenden Untersuchung für das Badeteil wurden festgelegt: Welches sind die bedeutsamen Grünzonen im Badeteil und wie lautet die grundsätzliche Definition „Badeteilarchitektur“?

In der Vergangenheit hatte sich Fürstberger hier eher bedeckt gehalten, inzwischen ist er der Meinung, dass Glasbalkone, wie sie jüngst an Neubauten angebracht wurden, nicht gewünscht sind. Außerdem sei „teurer Wohnraum nicht das, was die Bevölkerung in der Masse voranbringt“. Deshalb verwunderte sich Fürstberger erneut, wieso die Familie Sedlmayr, die ebenfalls Wohnraum anstelle des Sanatoriums schaffen will, Unterstützer finde. Zudem bedauerte er, dass sich zwar viele Badeteilbewohner an der online-Umfrage der Stadt zum Badeteil beteiligt hätten, nicht aber die Tourismusbetriebe, die in der Folge aber dann ihre Kritik an der Stadt geäußert hätten. Bis zur Sommerpause soll der Vorentwurf „öffentlich gemacht werden“, so Fürstberger, die Betroffenen könnten sich dann im Rahmen der öffentlichen Auslegung äußern, ehe dann im Herbst vom Stadtrat über die Satzung beraten werde. bo

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