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Gefährdung für die Gesundheit

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Die Firma Sieber in Geretsried ist seit Samstag geschlossen, denn das Verbraucherschutzministerium testete positiv auf Listerien. © naj

Geretsried – „Lieber Sieber!“ Mit diesem Spruch wirbt die Geretsrieder Firma Sieber auf ihrer Homepage für ihre bayerischen Fleisch- und Wurstwaren – hergestellt „mit höchster Qualität ohne Kompromisse“. Doch dieser Slogan ist nun fragwürdig.

Das Bayerische Verbraucherschutzministerium warnt davor, Schinken- und Wurstprodukte der Firma Sieber zu konsumieren. „Diese Produkte sind möglicherweise mit Listerien belastet und gesundheitsgefährdend“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums am Freitagabend. Listerien sind Bakterien, die sich auch bei niedrigen Temperaturen, beispielsweise im Kühlschrank, weiter vermehren. Durch Kochen, Braten, Sterilisieren oder Pasteurisieren werden diese abgetötet. Sind für gesunde Erwachsene also ungefährlich. Doch bei älteren und immungeschwächten Menschen, Schwangeren und Neugeborenen kann eine Infektion extrem gefährlich werden. Umfangreiche amtliche Untersuchungen der bayerischen Lebensmittelüberwachung von auf dem Markt befindlichen Sieber-Produkten ergaben am Freitagabend fünf positive Listerienergebnisse. Auch wenn der Nachweis laut Ministerium „nicht für sämtliche Produkte der Firma Sieber gilt“, verhängte das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen unter Landrat Josef Niedermaier sofort ein Verkaufsverbot. Auch bereits in den Handel gelangte Waren wurden von der Firma Sieber augenblicklich zurückgerufen. Insgesamt handele es sich hierbei um mehrere hundert Tonnen Fleisch. Aber auch Vegetarier müssen aufpassen, denn ebenfalls betroffen ist der vegetarische Aufschnitt von Sieber. Bereits im März 2016 hatte die Firma Sieber eine Rückrufaktion für das Produkt „Original Bayerisches Wacholderwammerl“ gestartet, da die Grenzwerte nach einer Routinekontrolle eindeutig überschritten worden waren. Doch das Verbraucherschutzministerium geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter: So hätten Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) ergeben, dass von der Firma Sieber vertriebene Produkte „in Zusammenhang mit einem Listeriose-Ausbruchsgeschehen im Zeitraum von 2012 bis heute stehen“. Eine Tatsache, die so manchen Kunden sauer aufstoßen dürfte. Auch wenn Landrat Josef Niedermaier betont, dass die Firma Sieber bis März 2016 nie auffällig gewesen sei. Nun beginne aber erst einmal die Ursachenbeseitigung.    naj

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