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Fliegerbombe in Geretsried entschärft

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Von: Viktoria Gray, Franca Winkler

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Fliegerbombe
Diese Fliegerbombe sorgte am 2. August in Geretsried für Aufregung. Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wog 75 Kilogramm und hatte eine Sprengkraft von 37 Kilo. © Stadt Geretsried

Geretsried - Am Rotkehlchenweg im Geretsrieder Stadtteil Gartenberg wurde am Dienstag, 2. August, eine Fliegerbombe gefunden und am gleichen Tag noch erfolgreich entschärft.

Es war eine Meldung, die die Anwohner nicht zu sehr überrascht haben dürfte. Denn in Gartenberg wurden in der Vergangenheit immer wieder Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Wahrscheinlich wird es auch nicht das letzte gewesen sein.

Es war gegen 11 Uhr, als die Meldung erfolgte, dass auf einer privaten Baustelle im Rotkehlchenweg in Geretsried Gartenberg eine Bombe gefunden wurde. Dann stand planen, warten und bangen auf dem Programm. Laut Rathaus-Sprecher Thomas Loibl, der vor Ort als Ansprechpartner Fakten lieferte, mussten vorerst 1.800 Menschen aus dem Wohngebiet evakuiert werden. Um den Fundort der Bombe wurde nämlich ein Sicherheitsbereich von 300 Metern festgelegt. Zuflucht fanden die Anwohner derweil in den Ratsstuben.

Von Anfang an vorteilhaft beurteilt wurde, dass die Bombe gut zugänglich sei. „Das ist ganz entscheidend“, sagte Loibl. Auch der Sprengkopf sei unbeschädigt gewesen. Anders als beim letzten Fund dieser Art – im Oktober vergangenen Jahres – konnte die Bombe so vor Ort im Rotkehlchenweg entschärft werden.

Team des Kampfmittel-Räumdienst
Haben die Bombe entschärft: (v.l.) Josef Semegi, Sebastian Braun und Usam Bach. © Stadt Geretsried

Kümmern musste sich das Sprengkommando um eine 75 Kilo schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Eine typische Fliegerbombe.“ Sprengkraft umfasste laut Loibl 37 Kilo.

Die Entschärfung sei dann größtenteils problemlos abgelaufen. Für Gefrickel sorgte jedoch der Zünder, bei dem innen ein Stück abgerissen war. Es war Fingerspitzengefühl gefragt.

Entwarnung gab die Stadt dann gegen 17.30 Uhr: Die Bombe konnte entschärft werden und alle Anwohner dürften zurück in ihre Wohnungen.

Im Einsatz vor Ort waren rund 150 Personen von Polizei, Feuerwehr, THW sowie vom BRK.

Bombenfunde in Gartenberg

Immer wieder werden in Gartenberg Bomben gefunden. Dort befand sich während des Zweiten Weltkriegs ein Sprengstoffwerk für die Rüstungsindustrie der Dynamit Aktien Gesellschaft (DAG). Laut dem Arbeitskreis Historisches Geretsried flogen die Alliierten in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, am 9. April 1945 über das Gebiet und ließen 2.078 Bomben fallen. Viele dieser Sprengbomben landeten als Blindgänger im Boden und schlummern dort bis heute.

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