Perspektive der Flößereien

Flößerfamilie Franz Seitner fordert: Traditionsbetriebe brauchen Fürsprecher

Ein Flößer
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Mehr Aufmerksamkeit durch den Weltwassertag? Die traditionellen Flößereien benötigen finanzielle Hilfe.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Wolfratshausen – Unternehmen die auf Saisonbetrieb ausgerichtet sind, haben es aufgrund ihrer besonderen Unternehmensform in der aktuellen Corona-Situation schwer, an finanzielle Hilfen vom Staat zu kommen.

Die Flößerei-Familien aus Wolfratshausen trifft es hart. Vergangene Saison gab es keine einzige Passagierfahrt.

„Es kann nicht sein, dass wir und andere kleine Familienunternehmen, die viele Touristen mit Bayern verbinden und eben stark nach Saison ausgerichtet sind, nach dem Aufbrauchen sämtlicher Rücklagen vor dem Aus ihrer Existenzen stehen, weil die staatlichen Hilfen starr auf Betriebe mit Ganzjahresbetrieb ausgerichtet sind.“ Mit diesen Worten appelliert Monika Heidl-Seitner von der Flößerfamilie Franz Seitner an den Staatsminister für Finanzen und Heimat Albert Füracker. Seit dem vergangenen Jahr steht Heidl-Seitner mit den zuständigen Stellen in Kontakt.

Heidl-Seitner will das Alleinstellungsmerkmal der Flößereien nutzen, um den Staat auf die prekäre Situation aufmerksam machen. Im vergangenen April hat der jahrelange Einsatz für die Flößerei auf Isar und Loisach Erfolg gebracht: Die Tradition auf den beiden Flüssen wurde aufgrund der großen Bedeutung für Bayerns Kultur und Geschichte in das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen (wir berichteten). Die Auszeichnung, eine große Wertschätzung für das Handwerk, das seit Generationen weitergeführt wird. Gehen doch die heutigen Passagierfloßfahrten auf die regelmäßigen Transporte seit dem Mittelalter zurück. Nun gilt es, diese Tradition zu schützen.

„Die Flößerei ist unser Aushängeschild von Wolfratshausen und ist uns extrem wichtig“, betont auch Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner auf Nachfrage. Er begrüßt den Vorstoß des Hilfegesuchs bei der Regierung und steht selbst in Kontakt mit der bayerischen Regierung. Heilinglechner hofft nun auf den sogenannten Härtefall-Fonds der seit Anfang März diskutiert wird: Damit sollen Hilfen für Firmen zur Verfügung gestellt werden, die bislang durch das Raster anderer Corona-Hilfsprogramme gefallen sind.

Heidl-Seitner ist indes weiter optimistisch: „Zum Wirtschaftsministerium konnten wir seit dem Schreiben an den Finanzminister einen guten Kontakt aufbauen. Wir haben dort nun einen Juristen an der Seite, der sich mit unserem Steuerberater gemeinsam durch die komplizierten Verklausulierungen arbeitet“, berichtet sie und ist guter Dinge: „Das wirkt aus jetziger Sicht vielversprechend, ob es tatsächlich zum Erfolg führt wird sich zeigen.“

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