„Soziale Stadt“ wird erweitert

Förderprogramm soll „halböffentliche“ Flächen aufwerten

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Die Umgestaltung des Quartier Steins wird vom Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ unterstützt.

Geretsried – Dank der finanziellen Unterstützung des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“ konnte bereits der öffentliche Raum in den drei Quartieren Stein, Neuer Platz und Johannisplatz aufgewertet werden. Nun sollen auch Anreize für Privateigentümer geschaffen werden.

Stadtbaurat Rainer Goldstein stellte dem Entwicklungs- und Planungsausschuss jüngst einen Richtlinienentwurf vor. „Ziel ist die Aufwertung verwahrloster beziehungsweise bislang ungenutzter Freiflächen“, erklärte Goldstein. Dabei sollen Aufenthaltsmöglichkeiten mit ziel- und altersgruppenspezifischen Angeboten in sogenannten „halböffentlichen Räumen“ geschaffen werden. Dazu zählen zum Beispiel Innenhöfe, Spielplätze und Grünanlagen. Denkbar seien laut Goldstein die Schaffung von Sitz- und Spielbereichen, Fahrradabstellplätze, gartenbauliche Maßnahmen und die Errichtung von Rampen zur barrierefreien Erschließung von Wohngebäuden. Antragsberechtigt sind Eigentümer und sonstige Verfügungsberechtigte von Gebäuden und baulichen Anlagen. Die Zuschüsse aus diesem kommunalen Förderprogramm sollen jährlich auf 100.000 Euro gedeckelt werden – 60 Prozent davon trägt der Staat. „Pro Antragsteller und Maßnahme können maximal 25.000 Euro bezuschusst werden“, so Goldstein weiter. Das Programm zur Verbesserung des Wohnumfeldes, das auch für das Stadtzentrum gilt, soll erstmals für das Haushaltsjahr 2020 aufgelegt werden.

Der Entwicklungs- und Planungsausschuss begrüßte das Vorhaben. Dennoch gab es Bedenken. So äußerte Karin Schmid (CSU) die Befürchtung, dass die Antragsteller das Geld größtenteils in das Anlegen von Rasenflächen investieren. „Ich würde die Förderung auf Gegenstände wie Bänke und Tische beschränken“, erklärte Schmid.

Bürgermeister Michael Müller gab ihr Recht. „Es muss schon ein Mehrwert erkennbar sein“, sagte er. Das Aufstellen von Verbotsschildern wie „Rasen betreten verboten“ und das Sperren von Durchgängen können keine Zielsetzungen sein. Der Entwicklungs- und Planungsausschuss sprach sich einstimmig für die Einführung des Förderprogramms aus und verwies die Richtlinien zur Beschlussfassung an den Stadtrat.

Peter Herrmann

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